Kapitel 1 von 1 Biblische Textauslegung
Kapitel 0 % Buch 0 % ca. 82 Minuten

Vorwort

Ich freue mich nun den zweiten Band veröffentlichen zu können. Hoffentlich ist auch dieser Band erfolgreich. Während der erste Band relativ einfache Fragen zu beantworten suchte, geht es in diesem Band um etwas komplexere Fragen. Es ist nicht notwendig den ersten Band zu kennen. Dennoch empfehle ich Dir ihn zu lesen.

In unserem Alltag stoßen wir sehr oft auf Themen und Umstände, die wir als gewohnt und normal empfinden, wo wir völlig vergessen die Bibel zu befragen. Auch wenn uns die Gewohnheit übermannt, muss es nicht zwangsläufig im Einklang mit der Bibel sein. Vor allem wenn wir den Lauten Ruf erwarten, müssen wir unsere Alltagsgrundlage sehr gut hinterfragen. Erst wenn wir offen sind unsere Weltanschauung täglich infrage zu stellen, sind wir auch aufmerksam, um den erwarteten Ruf zu hören.

Uns erreichen praktisch täglich Nachteile, ohne dass wir diese als negativ empfinden. Wirtschaft, Politik und Religionen verkaufen uns angeblich positive Dinge und nur durch die Dauerbeschallung mit diesen so positiven Meldungen akzeptieren wir alles. Keiner sagt uns das die Meinungsfreiheit unerwünscht ist. Stattdessen wird uns gelehrt, wir leben in einer postfaktischen Zeit und wären kontinuierlich von Fakenews umgeben. Das solche Dauermeldungen jedoch nur ein Ergebnis haben, die grundsätzliche Verunsicherung der eigenen Meinung, verstehen nur die Wenigsten. Diese Verunsicherungen machen die Massen gefügig. Durch zusätzliche Wechsel von Krisen, entsteht die Verunsicherung bei der eigenen Meinungsbildung über richtig und falsch. Erst wenn wir solche Maßnahmen erkennen, verstehen wir auch wie sich die Ankündigung von Apostel Paulus erfüllen kann: „Denn sie werden sagen: Es ist Friede, es hat keine Gefahr, so wird sie das Verderben schnell überfallen, gleichwie der Schmerz ein schwangeres Weib, und werden nicht entfliehen.” (1.Thessalonischer 5:3 Luther 1545).

Dieser Moment wird schon sehr bald auf uns zukommen. Um diese baldige Situation auch wahrnehmen zu können, bedürfen wir die Führung durch den Heiligen Geist. Denn unser Kampf ist ein Kampf der Geister und nicht ein fleischlicher Kampf: „Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in der Finsternis dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel.” (Epheser 6:12 Luther 1545). Auch wenn alle Religionsgruppen was anderes Lehren, ist für uns wichtig eigenständige Menschen zu sein. Selbst wenn unsere Erkenntnisse anfänglich etwas schräg sind, wird Gott und sein Sohn, unser Erlöser Jesus Christus, uns vor großem Schaden behüten. Wir benötigen lediglich Vertrauen auf und in unserem Erlöser, dies ist eben was die Heilige Schrift als Glauben bezeichnet.

Wie wichtig sind die Feste des HErrn?

Sehr viele haben die Ansicht: Die biblischen Feste sind nicht mehr relevant für uns. Die Feste gehören zum Alten Testament und somit ins klassische Judentum. Diese Menschen ignorieren das Wesentliche: Auch die Feste zu halten sind Anweisungen unseres HErrn:

„Und der HERR redete mit Mose und sprach: Sage den Kindern Israel und sprich zu ihnen: Das sind die Feste des HERRN, die ihr heilig und meine Feste heißen sollt, da ihr zusammenkommt. […] Dies sind aber die Feste des HERRN, die ihr die heiligen Feste heißen sollt, da ihr zusammenkommt. […] Darum sollt ihr keine Arbeit tun. Das soll ein ewiges Recht sein euren Nachkommen in allen ihren Wohnungen. […] Und sollt also dem HERRN das Fest halten sieben Tage des Jahres. Das soll ein ewiges Recht sein bei euren Nachkommen, daß sie im siebenten Monat also feiern. […] daß eure Nachkommen wissen, wie ich die Kinder Israel habe lassen in Hütten wohnen, da ich sie aus Ägyptenland führte. Ich bin der HERR, euer Gott. Und Mose sagte den Kindern Israel solche Feste des HERRN.“ (Levitikus / 3.Mose 23:1-2.4.31.41.43-44 Luther 1545)

Wir finden die Anweisungen zu den Festtagen immer wieder, weil diese eben eine andauernde Gültigkeit haben. Die Feste werden grob in 2 Gruppen aufgeteilt: Die Frühjahrsfeste und die Herbstfeste. Der Clou an den biblischen Festen ist die prophetische Wichtigkeit für uns. Die meisten Theologien ignorieren leider diese Relevanz. Die Frühjahrsfeste haben zwar ihren prophetischen Zweck erfüllt, haben jedoch noch einen belehrenden Zweck. Das Passah erinnert uns an unsere Ausführung aus dem Sklavenhaus Ägypten und will uns belehren nicht mehr zurück in die Sklaverei zu geraten. Die Erstlingsgabe, am 16. Abib, schaffte für uns die Versöhnung mit Gott. Es lehrt uns wie unfähig wir sind einen eigenen Weg zu unserem Schöpfer zu schaffen. Die Woche der ungesäuerten Brote gibt uns eine Woche zur Besinnung und will uns lehren unsere eigene geistige Einstellung zu kontrollieren. In moderner Form sprechen wir von einer Besinnungswoche. Schawuot bzw. Pfingsten schenkte uns den Heiligen Geist und soll uns geistig wach halten. Damit wir nicht in Überheblichkeit verfallen und verstehen: Unabhängig von unserem Verstand benötigen wir die Hilfe vom Heiligen Geist, um weiter in die Wahrheit einzutauchen. Die Herbstfeste sind prophetisch unerfüllt und stehen mit der Wiederkunft unseres Heilandes im Zusammenhang. Die Wichtigkeit für uns, anhand den Festen haben wir ein Kontrollwerkzeug an die Hand bekommen. Satan kopiert und verdreht alles, was Gott geschaffen, eingeführt und geregelt hat. Wenn Satan also, wie prophetisch angekündigt, Wunder wirken wird und die Menschen glauben machen will das unser Erlöser zurück ist, können wir es nur mit dem biblischen Kalender und den Festen abgleichen.

„und sie beteten den Drachen an, der dem Tier die Macht gab, und beteten das Tier an und sprachen: Wer ist dem Tier gleich, und wer kann mit ihm kriegen? Und es ward ihm gegeben ein Mund, zu reden große Dinge und Lästerungen, und ward ihm gegeben, daß es mit ihm währte zweiundvierzig Monate lang. und es tat seinen Mund auf zur Lästerung gegen Gott, zu lästern seinen Namen und seine Hütte und die im Himmel wohnen. Und ward ihm gegeben, zu streiten mit den Heiligen und sie zu überwinden; und ward ihm gegeben Macht über alle Geschlechter und Sprachen und Heiden. Und alle, die auf Erden wohnen, beten es an, deren Namen nicht geschrieben sind in dem Lebensbuch des Lammes, das erwürgt ist, von Anfang der Welt. […] Und ich sah ein anderes Tier aufsteigen aus der Erde; das hatte zwei Hörner gleichwie ein Lamm und redete wie ein Drache. Und es übt alle Macht des ersten Tiers vor ihm; und es macht, daß die Erde und die darauf wohnen, anbeten das erste Tier, dessen tödliche Wunde heil geworden war; und tut große Zeichen, daß es auch macht Feuer vom Himmel fallen vor den Menschen; und verführt, die auf Erden wohnen, um der Zeichen willen, die ihm gegeben sind zu tun vor dem Tier; und sagt denen, die auf Erden wohnen, daß sie ein Bild machen sollen dem Tier, das die Wunde vom Schwert hatte und lebendig geworden war.“ (Offenbarung 13:4-8,11-14 Luther 1545)

In diesem Zusammenhang hat Schawuot / Pfingsten eine neuere Bedeutung. Es ist auch das Erntefest für Getreide und das Laubhüttenfest ist das Erntefest für den Wein. Jesus spricht in den Evangelien ständig von der Ernte, die reif ist, und von Weinreben, die abgeschnitten werden, wenn diese keine Frucht bringen. Dadurch bekommt die Offenbarung eine Verbindung zu diesen Festen:

„Und ich sah, und siehe, eine weiße Wolke. Und auf der Wolke saß einer, der gleich war eines Menschen Sohn; der hatte eine goldene Krone auf seinem Haupt und in seiner Hand eine scharfe Sichel. Und ein anderer Engel ging aus dem Tempel und schrie mit großer Stimme zu dem, der auf der Wolke saß: Schlag an mit deiner Sichel und ernte; denn die Zeit zu ernten ist gekommen, denn die Ernte der Erde ist dürr geworden! Und der auf der Wolke saß, schlug mit seiner Sichel an die Erde, und die Erde ward geerntet. Und ein anderer Engel ging aus dem Tempel, der hatte eine scharfe Hippe. Und ein anderer Engel ging aus vom Altar, der hatte Macht über das Feuer und rief mit großem Geschrei zu dem, der die scharfe Hippe hatte, und sprach: Schlag an mit deiner scharfen Hippe und schneide die Trauben vom Weinstock der Erde; denn seine Beeren sind reif! Und der Engel schlug an mit seiner Hippe an die Erde und schnitt die Trauben der Erde und warf sie in die große Kelter des Zorns Gottes. Und die Kelter ward draußen vor der Stadt getreten; und das Blut ging von der Kelter bis an die Zäume der Pferde durch tausend sechshundert Feld Wegs.“ (Offenbarung 14:14-20 Luther 1545)

Die Verbindung zur Weinlese fiel mir auf, als ich nachschaute, was das Wort Hippen bedeutet. Es ist eine Bezeichnung für ein sichelförmiges Winzermesser. Wie brutal diese Prophezeiung ist, ergibt sich erst wenn wir uns mit der Längenangabe 1600 Feldweg befassen. Dazu haben wir zwei Möglichkeiten es umzurechnen, wobei keine Variante schön ist. Luther übersetzte Feldweg und nach einer unbekannten Quelle wurde ein Feldweg, von Karl Josef Jurende in seinem Lexikon der Münzen, Maasse und Gewichte aller Länder der Erde, mit 125 Schritte angegeben. Daraus ergibt sich: 1.600 Feldweg X 125 Schritt X 0,7m/Schritt = 140.000m oder eben 140 km. Wenn wir jedoch die im Grundtext verwendete Längeneinheit nehmen, also Stadien, wird das blutige Ausmaß noch schlimmer. Ein antikes Stadion ist eine Länge von zwischen 150m bis 185m. Damit ist die prophezeite Blutspur irgendwo zwischen 1.600 Stadien X 150m = 240.000m oder 240 km und 1.600 Stadien X 185m = 296.000m oder 296 km lang. Bei so einem gewaltigen Ereignis ist es sehr wichtig zu wissen, ob Satan oder Gott der Ursprung dabei ist. Wenn wir also die Feste des HErrn ignorieren, laufen wir Gefahr die bevorstehenden Ereignisse dem falschen Ursprung zu zuweisen.

Mein bisheriges Verständnis sagt mir:

Das Posaunenfest wird wohl den Lauten Ruf auslösen

Zum Versöhnungstag wird wahrscheinlich die Wiedervereinigung des Nordreichs mit dem Südreich erfolgen.

Zu Schawuot / Pfingsten werden die Gläubigen geerntet werden

Zum Laubhüttenfest werden die Gläubigen ohne Frucht, also die Namenschristen, geerntet

Die Feste sind einfach zu bedeutend, als dass wir diese ignorieren können. Während unsere Geschwister aus dem Südreich die Feste bewahren und halten, fehlt ihnen die prophetische Bedeutung. Da sie eben Gottes Sohn nicht als Erlöser annehmen. Uns fehlt das Bewusst für die Wichtigkeit der Feste, obwohl wir unseren Erlöser angenommen haben. Ich hoffe das der Versöhnungstag bald kommt, damit Gottes Volk wieder zusammenfindet und die Geschwister voneinander lernen können.

Was bedeutet selig?

Du hast bestimmt schon mehrfach die Wörter „selig“, „seligpreisen“, „preisen“ oder auch „leiten“ in deiner Bibel gelesen. Hast Du Dich auch schon gefragt: „Was ist dieses selig eigentlich“? Hast Du schon einmal in Wörterbücher oder im Internet nach der Bedeutung geschaut? Dann wirst Du höchstwahrscheinlich etwas in dieser Art gelesen haben:

„selig (se | lig) 1) Abkürzung: sel.; verstorben 2) im Besitz des ewigen Lebens 3) in höchstem Maße glücklich“ (Neues Deutsches Wörterbuch, 2007, Helmut Lingen Verlag GmbH & Co. KG, Köln, Seite 793)

„se|lig (Abk. sel.); selige Weihnachtszeit; selig sein; selig werden; jmdn. selig machen oder. seligmachen (beglücken); vgl. seligpreisen, seligsprechen“ (Duden Die deutsche Rechtschreibung, 28. Auflage, 2020, Dudenverlag, Berlin, Seite 1035)

„a) [von allen irdischen Übeln erlöst und] des ewigen Lebens, der himmlischen Wonnen teilhaftig] b) verstorben c) seliggesprochen Gebrauch katholische Kirche Grammatik nur in Verbindung mit dem Namen

a) einem tiefen [spontanen] Glücksgefühl hingegeben b) leicht betrunken Gebrauch umgangssprachlich“ (Duden online zur Wortbedeutung abgefragt am 09. Februar 2023 um 20:05 Uhr)

Geht es Dir bei diesen Erklärungsversuchen wie mir und Du bekommst keinen direkten Zusammenhang zu konkreten Bibelverse? Dieses Problem hat drei gewaltige Ursprünge:

Es ist grundsätzlich erst einmal eine theologische Auslegung

Die meisten Definitionsversuche sind an der katholischen Theologie angelehnt

Die in der Bibel verwendeten Wörter selbst sind vielfältig und fast jedes biblische Wort hat eine Vielfalt an Übersetzungsmöglichkeiten

Laß uns einmal 3 Bibelverse anschauen.

„Da sprach Lea: Wohl mir! denn mich werden selig preisen die Töchter. Und hieß ihn Asser.“ (1. Mose 30:13 Luther 1545)

Wenn Du diesen Vers in einer Elberfelder Übersetzung nachliest, siehst Du das dort kein selig vorkommt. Stattdessen steht dort: „glücklich preisen“. Das liegt eben daran, dass die hebräischen Wörter im Grundtext „‚âshar ‚âshêr“ (STRONG-Wörter H833) sind. Schon dadurch sind 10 Übersetzungsmöglichkeiten vorhanden.

„Wendet euch zu mir, so werdet ihr selig, aller Welt Enden; denn ich bin Gott, und keiner mehr.“ (Jesaja 45:22 Luther 1545)

Hier wird das hebräische Wort „yaw-shah'“ (STRONG-Wörter H3467) im Grundtext verwendet, auch dieses hat wieder 10 Übersetzungsmöglichkeiten. Die Übersetzung in der Elberfelder ist wieder anders als bei Luther. In der Elberfelder wird es mit „lasst euch retten“ übersetzt.

„Siehe, ich komme bald. Selig ist, der da hält die Worte der Weissagung in diesem Buch.“ (Offenbarung 22:7 Luther 1545)

Selbstverständlich ist auch hier die Elberfelder mit einer anderen Übersetzung vertreten. Die Elberfelder lässt uns „Glückselig“ lesen. An dieser Stelle steht das griechische Wort „mak-ar‘-ee-os“ (STRONG-Wörter G3107). Dieses Wort hat auch erst einmal drei direkte Übersetzungsmöglichkeiten.

Wie Du nun sehr eindrucksvoll sehen kannst ist es gar nicht so leicht die Bedeutung zu finden. Zugegeben, es wirkt sehr unüberschaubar und kompliziert. Wir können aber ganz beruhigt sein, schließlich wollen wir weder Hebräisch noch Griechisch oder ähnliches lernen. Zu der Herausforderung für die Bibelübersetzer, wegen der Übersetzungsvielfalt, gesellt sich nun noch ein weiteres Problem hinzu: Das theologische Problem.

Das Problem der Theologie möchte ich Dir an dem Wort „Seligkeit“ aufzeigen:

„Seligkeit, in der evang. Theologie die vollkommene, friedvolle Freude in der Einheit mit Gott, in der der Mensch die Erfüllung seiner schöpfungsmäßigen Bestimmung findet; vielfach gleichbedeutend mit Heil (Erlösung).

In der kathol. Theologie ist S. der Zustand der Gerechten im Jenseits, sie meint das Ganze der endgültigen Vorstellung des Ganzen, begnadeten Menschen in der übernatürlichen Ordnung. Das Wesen der S. besteht in der unmittelbaren Anschauung Gottes und dauert für immer (ewige S.).“ (20-bändiges Lingen Lexikon, Bd. 16, ohne Jahreszahl, ohne Auflagennr., Lingen Verlag, Köln, S. 314 [Zeilenumbruch im Zitat von mir, zur besseren Lesbarkeit, eingefügt])

Auch wenn solche Worterklärungen vollkommen absurd klingen und nicht ernsthaft verständlich sind, zeigt es uns sehr gut: Das Verständnis was selig ist, ist von Glaubensrichtung zu Glaubensrichtung grundsätzlich verschieden.

Nun hast Du so viel Wissen dazu bekommen. Nun machen wir uns auf dem Weg die biblische Lösung, also theologiefrei, zu finden. Dazu brauchen wir uns, beim Bibelstudium, nur merken:

Die Bedeutung reicht, abhängig vom verwendeten Wort im Grundtext, von „glücklich sein“ über „leiten“ bis zu „Hilfe oder Rettung schaffen“. Im Kern geht es um unsere Zufriedenheit. Womit können wir glücklicher sein als durch die Leitung unseres HErrn, JEsus Christus, zu unserem Glück? Auch wenn unser HErr, für uns, scheinbar schlechte Erlebnisse zu lässt, dienen diese zu unserer Belehrung. Dies ist eben die Läuterung und hilft uns fester im Glauben zu werden, schließlich haben wir die Gewissheit:

„[…] aber GOtt ist getreu, der euch nicht lässet versuchen über euer Vermögen, sondern machet, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ihr’s könnet ertragen.“ (1. Korinther 10:13 Luther 1545)

Oder aus einer leichtverständlichen Bibel zitiert:

„[…] Doch Gott ist treu. Er wird die Prüfung nicht so stark werden lassen, dass ihr nicht mehr widerstehen könnt. Wenn ihr auf die Probe gestellt werdet, wird er euch eine Möglichkeit zeigen, trotzdem standzuhalten.“ (1. Korinther 10:13 Neues Leben Die Bibel)

Wer oder was ist heilig?

In der Heiligen Schrift stoßen wir immerzu auf die Wörter „heilig“ und „heiligen“. Leider verstehen die wenigsten Menschen, was es mit dem Wort „Heilig“ auf sich hat. Wenn wir im Wörterbuch nachschlagen, finden wir diese schwer fassbaren Definitionen:

„heilig (hei | lig) 1) von der Kirche heilig gesprochen; über das Irdische erhaben; göttlich vollkommen 2) unverletzlich; unantastbar; verehrungswürdig“ (Neues Deutsches Wörterbuch, 2007, Helmut Lingen Verlag GmbH & Co. KG, Köln, Seite 368)

„heiligen (hei | li | gen) heilig halten; heilig sprechen; weihen“ (Neues Deutsches Wörterbuch, 2007, Helmut Lingen Verlag GmbH & Co. KG, Köln, Seite 368)

Im Grunde sagen uns diese Erklärungen nichts Handfestes. Das gewaltige Problem an dieser Sache ist eben: Die Wörterbücher versuchen etwas Biblisches, weltlich zu definieren. Wenn wir es nun andersherum versuchen zu definieren, also durch Abgrenzung des Gegenteils, finden wir diesen Erklärungsversuch:

„weltlich (welt | lich) 1) dem Diesseits angehörend; irdisch; […] 2) nicht kirchlich; nicht geistlich […]“ (Neues Deutsches Wörterbuch, 2007, Helmut Lingen Verlag GmbH & Co. KG, Köln, Seite 1013)

Wenn wir uns diese Erklärungen anschauen, verwundert es nicht, dass sehr viele Menschen verzweifeln. Schließlich fordert GOtt von uns:

„Darum heiligt euch und seid heilig; denn ich bin der HERR, euer Gott.“ (3. Mose 20:7 Luther 1545)

Wenn uns die Wörterbücher erzählen, dass wir uns gar nicht in dieser Welt heiligen können, weil wir entweder von einer Kirche heiliggesprochen werden müssen oder weil es göttlich vollkommen sei. Dann stimmt etwas mit den Worterklärungen nicht. Oder anders ausgedrückt: Die Wörterbücher wollen uns mitteilen, dass unser Schöpfer unerreichbar für uns ist.

Ist GOtt für uns unerreichbar? Dazu sagt uns die Heilige Schrift:

„Der HERR ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn mit Ernst anrufen.“ (Psalm 145:18 Luther 1545)

Schon allein aus diesem Aspekt, können die bisherigen weltlichen Erklärungen nicht stimmen. Was geschieht, wenn wir in einem Fremdwörterbuch unter „profan“ nachschauen?

„pro|fan (Adj.) 1 weltlichen (nicht kirchlichen) Zwecken dienend; […] 2 alltäglich, gewöhnlich [lat.]“ (Grosses Wörterbuch Fremdwörter, 2006, Compact Verlag, München, ISBN 978-3-8174-7241-3, Seite 463)

Nun erfahren wir viel mehr. Wir sehen nun, wenn etwas alltäglich oder weltlich ist, dann ist es profan bzw. gewöhnlich. Es ist also gleichwertig mit weltlich und somit das Gegenteil von heilig. Ja die Welt macht es dem suchenden Gläubigen nicht einfach Wenn das Weltliche also gewöhnlich und alltäglich ist, dann muss das Heilige ungewöhnlich und etwas Besonderes sein. Wenn es so besonders ist, wieso schauen wir dann nicht einfach in unserem besonderen Buch nach? Was sagt uns die Bibel zu dem Begriff „heilig“? Weil unser HErr weiß, wie wichtig diese Bezeichnung ist, hat er es uns weit am Anfang der Bibel vorgemacht und erzählt was heilig bedeutet:

„Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, darum daß er an demselben geruht hatte von allen seinen Werken, die Gott schuf und machte.“ (1. Mose 2:3 Luther 1545)

Das Wort „darum“ wurde zur Zeit Luthers anders verwendet. Würde Luther die Bibel Heute übersetzen, stände dort „weil er an diesem Tag ruhte“. In der Elberfelder-Übersetzung können wir es besser erkennen:

„Und Gott segnete den siebten Tag und heiligte ihn; denn an ihm ruhte er von all seinem Werk, das Gott geschaffen hatte, indem er es machte.“ (1. Mose 2:3 Elberfelder 2006)

Hier wird der Vers vom Aufbau etwas anders übersetzt, aber auch hier bezieht sich „denn an ihm ruhte er“ auf das Heiligen im ersten Satzteil.

Was machte GOtt nun am siebten Tag? Oder was machte GOtt am siebten Tag eben nicht? GOtt arbeitete am siebten Tag nicht. Er ruhte an diesem Tag. Durch dieses Ruhen ist der siebte Tag nicht gewöhnlich. Allein durch das Ruhen wurde der Tag schon ungewöhnlich und dies nennt die Bibel heilig. Selbstverständlich ist der siebte Tag noch mehr als nur heilig, denn der Tag ist auch gesegnet worden von GOtt. In diesem Vers steht im hebräischen Text das Wort: qâdash. Das Wort bedeutet auch absondern. GOtt sonderte den siebten Tag durchs Ruhen von den anderen sechs Tagen ab. Wenn wir uns nun von der Welt absondern, nicht die Welt ignorieren, dann heiligen wir uns. Und in diesem Sinn spricht das Neue Testament, wenn wir zum Beispiel lesen:

„So wir sagen, daß wir Gemeinschaft mit ihm haben, und wandeln in der Finsternis, so lügen wir und tun nicht die Wahrheit. So wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft untereinander, und das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde.“ (1. Johannes 1:6f. Luther 1545)

Wir müssen uns einfach in unserem Handeln, in unserer Lebensweise von der Welt absondern. Nur so heiligen wir uns und dadurch erklärt sich auch von selbst dieser Vers:

„und habt nicht Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis, strafet sie aber vielmehr.“ (Epheser 5:11 Luther 1545)

Gibt es eine Erbsünde?

Mein Tipp: Bist Du in einer Gemeinschaft, die eine Erbsünde propagiert? Dann verlasse diese Gemeinschaft schnell.

Viele Theologien haben als eine Grundannahme, dass es eine Erbsünde gibt. Diese Erbsünde wird dann als Grundlage von diversen Ritualen angeführt, zum Beispiel für die Kindstaufe. Biblisch betrachtet gibt es jedoch keine Grundlage für die Annahme einer Erbsünde. Die Theorie der Erbsünde geht davon aus, dass wir wegen Adam und Eva schon als Sünder zu Welt kommen. Damit steht diese Annahme völlig gegen die konkrete Aussage der Bibel, nach der wir nicht für die Taten unserer Vorfahren bestraft werden:

„Denn welche Seele sündigt, die soll sterben. Der Sohn soll nicht tragen die Missetat des Vaters, und der Vater soll nicht tragen die Missetat des Sohnes; sondern des Gerechten Gerechtigkeit soll über ihm sein.“ (Hesekiel 18:20 Luther 1545)

Wie versuchen unsere modernen Schriftgelehrten uns die Erbsünde zu begründen? Mit einer verdrehten Auslegung der Gebote Gottes:

„Bete sie nicht an und diene ihnen nicht. Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifriger Gott, der da heimsucht der Väter Missetat an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied, die mich hassen;“ (Exodus / 2.Mose 20:5 Luther 1545)

Wieder ist hier die Oberflächlichkeit unser Feind. Ohne weiter auf die Gebote einzugehen: Die Gebote sind nicht dafür da uns zu bestrafen. Sie dienen zum Schutz der Menschen um uns herum.

Wir können diese unterschiedlichen Aussagen der Bibel nicht ignorieren. Welche Aussage ist nun die richtige? Wenn die Aussage aus Exodus gültig ist, wäre eine Erbsünde im Bereich des Möglichen. Wenn Hesekiel Recht hat, dann gibt es keine Erbsünde. Schließlich muss für eine Erbsünde deine Verantwortung für das Verhalten deiner Ahnen bestehen. Also schauen wir, was uns die Bibel weiter lehrt:

„Und der HERR roch den lieblichen Geruch und sprach in seinem Herzen: Ich will hinfort nicht mehr die Erde verfluchen um der Menschen willen; denn das Dichten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf. Und ich will hinfort nicht mehr schlagen alles, was da lebt, wie ich getan habe.“ (Genesis / 1.Mose 8:21 Luther 1545)

„Siehe, ich komme bald und mein Lohn mit mir, zu geben einem jeglichen, wie seine Werke sein werden.“ (Offenbarung 22:12 Luther 1545)

Unser HErr sagt uns ganz klar, dass unsere Handlungen erst ab der Jugend zum Bösen neigen, und er sagt uns das er uns unseren Lohn nach unseren Werken geben wird. So ist jeder Ansatz einer Lehre von irgendeiner Erbsünde vollkommen gegen die biblischen Lehren und Aussagen. Wir tragen ganz klar keine Verantwortung für die Handlungen von irgendwem Anderen. Am Ende aller Tage stehen wir lediglich für unsere Taten ein. Da ist nun die Auslegung von Exodus 20:5 offensichtlich anders, als die meisten es lehren.

Das Gebot lehrt uns vorsichtig zu sein, um unsere Kinder und Enkelkinder nicht zu gefährden. Jeder von uns nimmt sich die Belehrungen und Handlungsmuster der Eltern zu Herzen. Viele von uns übernehmen auch die Ratschläge und Handlungen unserer Großeltern. Für manche gilt es auch bei den Urgroßeltern und die allerwenigsten von den Ur-Urgroßeltern. Wenn unsere Großeltern oder Eltern Gott hassen, dann sind auch ihre Handlungen gegen Gott. Dies ist dann der Grund, weshalb Gott bis ins dritte und vierte Glied die heimsucht, welche ihn hassen. Es hat schlicht und einfach mit unseren Handlungen zutun und nicht mit irgendeiner Erbsünde. Wir werden dazu angehalten, unsere Kinder freundlich zu erziehen. Wir sollen unsere Kinder nicht schon mit Hass gegen Gott erziehen, weil wir diese damit nur schaden und nichts Gutes tun.

Wer ist der Morgenstern?

In der Bibel wird die Bezeichnung Morgenstern für zwei wichtige Persönlichkeiten verwendet. Bei Jesaja wird der Teufel damit bedacht:

„Wie bist du vom Himmel gefallen, du schöner Morgenstern! Wie bist du zur Erde gefällt, der du die Heiden schwächtest!“ (Jesaja 14:12 Luther 1545)

In der Offenbarung ist es unser Erlöser, der sich selbst so bezeichnet:

„Ich, Jesus, habe gesandt meinen Engel, solches zu bezeugen an die Gemeinden. Ich bin die Wurzel des Geschlechts David, der helle Morgenstern.“ (Offenbarung 22:16 Luther 1545)

Bei Jesaja wird das hebräische Wort hêylêl (STRONG H1966) verwendet. Die King James Bibel übersetzt es mit Lucifer und bedeutet Morgenstern. In der Offenbarung werden die Wörter or-thrin-os' (STRONG G3720) und as-tare' (STRONG G792) benutzt. Das Interessante ist, dass griechische Wort für Stern (STRONG G792) wird bei symbolischer Verwendung für eine untergeordnete Autorität als moralischer Lichtträger in der Nacht dieser Welt verwendet. Dieselbe Verwendung hat auch das hebräische Wort ko-kawb' (STRONG H3556) im ersten Buch der Bibel:

„Und er hatte noch einen andern Traum, den erzählte er seinen Brüdern und sprach: Siehe, ich habe einen Traum gehabt: Mich deuchte, die Sonne und der Mond und elf Sterne neigten sich vor mir.“ (Genesis / 1.Mose 37:9 Luther 1545)

Das hebräische Wort (STRONG H3556) bedeutet in seiner symbolischen Verwendung Prinz. So wissen wir also, dass es ein Übersetzungsproblem, mit der doppelten Wortverwendung, ist. Wer ist denn nun der Morgenstern und was bedeutet der Begriff? Wenn wir also im Neuen Testament vom Morgenstern lesen, liegt die eigentliche Bedeutung in der hebräischen Sprache. Schließlich wurde hebräisch und aramäisch gesprochen und nur griechisch aufgeschrieben. Deshalb ist die symbolische Bezeichnung für Prinz die eigentliche Bedeutung für Morgenstern. Somit ist der Begriff Morgenstern auf unseren Erlöser Jesus Christus vollkommen richtig angewendet. Lediglich in der Übersetzung bei Jesaja ist es unzulänglich. Auch wenn beide Begriffe mit Morgenstern richtig übersetzt sind, fehlt bei Jesaja die symbolische Bedeutung. Bei Jesaja ist der tatsächliche Morgenstern, also der Planet Venus, gemeint. Hier ist der morgendliche Stern gewählt, um die strahlende Schönheit von Satan zu verdeutlichen. So wie die Venus hell leuchtet, dass der Planet eben am Morgenhimmel auffällt, so strahlte auch Satan. Wobei in der Offenbarung die Bezeichnung Morgenstern wegen der symbolischen Bedeutung als Prinz gewählt wurde.

Wir dürfen an dieser Stelle das Buch Hiob nicht vergessen:

„Worauf stehen ihre Füße versenkt, oder wer hat ihren Eckstein gelegt, da mich die Morgensterne miteinander lobten und jauchzten alle Kinder Gottes?“ (Hiob 38:6f. Luther 1545)

Hier geht es um die Frage, wo Hiob war als die Erde geschaffen wurde. Zu dieser Zeit lobten die Morgensterne unseren Schöpfer. Wie bei dem Traum von Joseph ist auch die Rede von mehreren Morgensterne. Dies erlaubt uns den Rückschluss: Es gibt mehr als nur einen Prinzen. Diese Betrachtung widerstrebt gewiss jeden Theologen und erstrecht jedem Anhänger der trinitarischen Lehre. Wenn aber in Josephs Traum seine Brüder, also die Stammväter vom Volk Gottes, als Prinzen bezeichnet werden und unser HErr und König sich auf dieselbe Weise als Prinz bezeichnet, dann ist aus biblischer Sicht der Titel Prinz bzw. Morgenstern ausdehnbarer als es den Kirchen lieb ist.

Mir ist der komplette Umfang noch nicht gänzlich bewusst, es unterstützt jedoch die biblische Aussage, dass Jesus uns zu königlichen Priester gemacht hat:

„Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, das königliche Priestertum, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, daß ihr verkündigen sollt die Tugenden des, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht;“ (1.Petrus 2:9)

Dieses Thema zeigt uns deutlich auf: Wir müssen aufhören unbiblische Theologien blind anzunehmen. Wir müssen uns mehr selbst mit den biblischen Lehren befassen.

Gibt es wirklich zwei Schöpfungsgeschichten?

Sehr oft wird von zwei Schöpfungsberichte gesprochen. Viele Theologien halten die ersten zwei Kapitel der Bibel, für verschiedene Berichte. Dies entspreche jedoch einem Widerspruch. Entweder gab es nur eine Schöpfung, dann ist die Annahme von zwei Schöpfungsberichten verkehrt. Oder es gab es zwei Schöpfungen und das würde die gesamte Heilige Schrift verheimlichen. So eine Verheimlichung entspräche jedoch ein Verstoß gegen das Gebot nicht zu lügen. Wie wir es auch betrachten wollen, es ist unbiblisch. Anstatt von zwei Schöpfungsberichten zu sprechen, ist es sinnvoller von einem Schöpfungsbericht zu reden. Zum einen, weil Kapitel eins und zwei untrennbar durch den siebten Tag verbunden sind. Zum anderen, weil sich beide Kapitel ergänzen. Gerade diese Kapitel verraten uns sehr viel, was die gängigen Theologien ignorieren. Zu dieser Thematik schreibe ich aktuell auch an einem Buch. Hier soll es nun nur um die angeblichen zwei Schöpfungsberichte gehen.

Bevor wir uns mit der Berichten auseinandersetzen, möchte ich mit Dir eine andere Sache besprechen. Es gibt viele verschiedene Theorien weshalb die Berichte eben differenziert betrachtet werden. Eine Theorie geht von zwei verschiedenen Quellen aus. Wonach beide Quellen zu einem, der uns in der Bibel überlieferte, Bericht zusammengefasst wurde. Dies ergibt sich aus den verwendeten Begriffe Elohim und YHWH. Jedoch ist diese Annahme verkehrt. Durch die unterschiedlichen Begriffe wird uns lediglich deutlich gemacht, wer was geschaffen hat. Im ersten Kapitel wird Elohim verwendet und im zweiten Kapitel eben YHWH. So wird uns aufgezeigt, dass die große Schöpfung durch Jesus im Auftrag von Gott gemacht wurde. Die Ereignisse im zweiten Kapitel hat Jesus praktisch in Eigenregie die Schöpfung im Kleinen vollbracht. Das erste Kapitel benennt uns die Schaffung von den großen und grundlegenden Dingen. Danach wird gekonnt das Augenmerk auf die Einzelheiten gelenkt.

Wenn wir also die Begriffe Elohim und YHWH unbeachtet lassen und die gesamte Schöpfung in chronologischem Zusammenhang betrachten, ergibt sich Folgendes Bild:

Tag 1 Elohim schuf Licht und trennt damit die Nacht

vom Tag. (1.Mose 1:3-5)

Tag 2 Elohim trennte die Himmel von dem Planeten. (1.Mose 1:6-8)

Tag 3 Elohim trennt Wasser von der Erde und lässt Gräser,

Kräuter und Bäume wachsen. (1.Mose 1:9-13)

Danach nahm er einen Lehmklumpen und fing an den

Menschen daraus zu machen.

Nun pflanzte er den Garten Eden (1.Mose 2:7-14)

Tag 4 Elohim schuf die Sonne, den Mond und die Sterne

(1.Mose 1:14-19)

Tag 5 Elohim schuf die Meerestiere und die Vögel.

(1.Mose 1:20-23)

Tag 6 Elohim schuf die Tiere, das Vieh und Würmer.

(1.Mose 1:24f.)

Gott setzt den Menschen in den Garten und der Mensch

gab allen Tieren ihre Namen (1.Mose 2:15-20) und danach

schuf Elohim die Frau und sie werden Eheleute

(1.Mose 1:27-31; 2:21-25)

Tag 7 Elohim vollendete seine Schöpfung und ruhte dann

von seinen Werken. Ebenso segnete er den Tag, so

entstand der Sabbat. (1.Mose 2:1-3)

Theologien haben oft ein Problem: Starrheit. Schließlich spielen sich Theologen als wissend auf und lehren unter Umständen jahrelang, danach haben die wenigsten Theologen das Rückgrat mögliche Irrtümer zu korrigieren. Obwohl geschrieben steht: "So sollst du nun den HERRN, deinen Gott, lieben und sein Gesetz, seine Weise, seine Rechte halten dein Leben lang." (Deuteronomium / 5.Mose 11:1 Luther 1545) Vergessen die meisten leider, immer wieder alles zu prüfen.

Was sind Engel?

Wer von uns kennt nicht die Bilder von geflügelten Wesen? Vermutlich sind die Motive mit Puten die bekanntesten Engelmotive. Bedauerlicherweise halten die meisten Menschen Engel für ausschließlich himmlische Wesen. Dabei werden in der Bibel nicht nur himmlische Wesen als Engel bezeichnet. Ich habe keine Ahnung, weshalb die Vorstellung von geflügelten Wesen als Engel so verbreitet ist. Menschenähnliche Wesen mit Flügeln lassen sich wahrscheinlich überhaupt nicht mit Menschen verwechseln. Dabei berichtet uns die Schrift sehr eindrucksvoll, dass selbst Persönlichkeiten wie Gideon den Engel des HErrn nicht sofort als Engel erkannte:

„Und der Engel des HERRN kam und setzte sich unter eine Eiche zu Ophra, die war des Joas, des Abiesriters; und sein Sohn Gideon drosch Weizen in der Kelter, daß er ihn bürge vor den Midianitern. Da erschien ihm der Engel des HERRN und sprach zu ihm: Der HERR mit dir, du streitbarer Held! Gideon aber sprach zu ihm: Mein Herr, ist der HERR mit uns, warum ist uns denn solches alles widerfahren? Und wo sind alle die Wunder, die uns unsre Väter erzählten und sprachen: Der HERR hat uns aus Ägypten geführt? Nun aber hat uns der HERR verlassen und unter der Midianiter Hände gegeben. Der HERR aber wandte sich zu ihm und sprach: Gehe hin in dieser deiner Kraft; du sollst Israel erlösen aus der Midianiter Händen. Siehe, ich habe dich gesandt. Er aber sprach zu ihm: Mein Herr, womit soll ich Israel erlösen? Siehe, meine Freundschaft ist die geringste in Manasse, und ich bin der Kleinste in meines Vaters Hause. der HERR aber sprach zu ihm: Ich will mit dir sein, daß du die Midianiter schlagen sollst wie einen einzelnen Mann. Er aber sprach zu ihm: Habe ich Gnade vor dir gefunden, so mache mir doch ein Zeichen, daß du es seist, der mit mir redet; weiche nicht, bis ich zu dir komme und bringe mein Speisopfer und es vor dir hinlege. Er sprach: Ich will bleiben bis daß du wiederkommst. Und Gideon kam und richtete zu ein Ziegenböcklein und ein Epha ungesäuerten Mehls und legte das Fleisch in einen Korb und tat die Brühe in einen Topf und brachte es zu ihm heraus unter die Eiche und trat herzu. Aber der Engel Gottes sprach zu ihm: Nimm das Fleisch und das Ungesäuerte und lege es hin auf den Fels, der hier ist, und gieß die Brühe aus. Und er tat also. Da reckte der Engel des HERRN den Stecken aus, den er in der Hand hatte, und rührte mit der Spitze das Fleisch und das Ungesäuerte an. Und das Feuer fuhr aus dem Fels und verzehrte das Fleisch und das Ungesäuerte. Und der Engel des HERRN verschwand aus seinen Augen. Da nun Gideon sah, daß es der Engel des HERRN war, sprach er: Ach HERR HERR! habe ich also den Engel des HERRN von Angesicht gesehen? Aber der HERR sprach zu ihm: Friede sei mit dir! Fürchte dich nicht; du wirst nicht sterben. Da baute Gideon daselbst dem HERRN einen Altar und hieß ihn: Der HERR ist der Friede. Der steht noch bis auf diesen heutigen Tag zu Ophra, der Stadt der Abiesriter.“ (Richter 6:11-24 Luther 1545)

Auch Lot und die Einwohner von Sodom hatten scheinbar Probleme Engel zu erkennen. Lot erkannte sie nicht als Engel. Er war lediglich sehr gastfreundlich zu den Fremden. Die Bewohner erkannten die Engel auch nicht. Sie sahen lediglich Männer:

„Die zwei Engel kamen gen Sodom des Abends; Lot aber saß zu Sodom unter dem Tor. Und da er sie sah, stand er auf, ihnen entgegen, und bückte sich mit seinem Angesicht zur Erde und sprach: Siehe, liebe Herren, kehrt doch ein zum Hause eures Knechtes und bleibt über Nacht; laßt eure Füße waschen, so steht ihr morgens früh auf und zieht eure Straße. Aber sie sprachen: Nein, sondern wir wollen über Nacht auf der Gasse bleiben. […] und forderten Lot und sprachen zu ihm: Wo sind die Männer, die zu dir gekommen sind diese Nacht? Führe sie heraus zu uns, daß wir sie erkennen.“ (Genesis / 1.Mose 19:1.2.5 Luther 1545)

Uns wird in der Bibel sehr oft von Engeln berichtet, aber nur die wenigsten Engel werden mit Flügel beschrieben. Wenn wir also von Engeln lesen, dürfen wir nicht zwangsläufig an geflügelte Wesen denken. Wir sollten eher daran denken, dass es Abgesandte des HErrn sind. Von diesem Aspekt her können wir wieder viele Debatten führen, ob Jesus ein Engel sei oder ähnliche Thematiken. Jedoch entbehren die biblischen Schilderungen eine grundsätzliche Annahme, Engel hätten immer Flügel.

Wenn wir also wissen wollen, was Engel sind, bekommen wir biblisch nur die Information, dass Engel etwas anderes als Menschen sind und im Auftrag des HErrn handeln. Auch Engel haben, wie wir, einen freien Willen. Nur mit einem freien Willen lässt sich erklären, wie Satan sich gegen Gott stellen konnte und 1/3 der Engel mit sich in die Verbannung auf die Erde nehmen konnte. Denn auch Satan und seine Kumpanen sind Engel. Sie sind zwar gefallene Engel, aber eben Engel. Und wenn wir es genauer betrachten, wird uns bewusst, dass wir zukünftig auch Engel werden. Schließlich ist der Mensch ein wenig geringer als Engel geschaffen und in Zukunft werden wir über die gefallenen Engel urteilen:

„Denn ein wenig hast du ihn unter die Engel erniedrigt; und mit Herrlichkeit und Pracht hast du ihn gekrönt.“ (Psalm 8:5 Elberfelder 1905)

„Wisset ihr nicht, daß wir über die Engel richten werden? Wie viel mehr über die zeitlichen Güter.“ (1.Korinther 6:3 Luther 1545)

Unterm Strich sind Engel also himmlische Wesen, die sich optisch nicht von uns unterscheiden und von Gott gesandt sind. Wenn Engel auftauchen, gibt es für Menschen eine wichtige Situation. Wenn wir es also im Vergleich setzen wollen: Engel sind himmlische Apostel.

Sind Außerirdische biblisch?

Die Meinungen zu Außerirdischen sind vielfältig. Unsere Herausforderung ist, zwischen der Wortbedeutung und den medial suggerierten Ideen von Außerirdischen zu unterscheiden. In den Medien wird das Bild von Aliens sehr breit gestreut, angefangen von bakteriellem Leben über Greys bis hin zu theoretischen seltsam anmutenden Lebensformen. Mit dieser Thematik sind auch etliche weitere Themen verbunden. Begonnen bei technischen Fragen, wie Antriebe, über dem Aufbau des Universums, Entstehung von Leben, bis zu komplexen Themen wie die Verbindung zwischen Raum und Zeit. In unserer weltlich und philosophisch orientierten Gesellschaft gibt es selten so wichtige und auswirkungsreiche Themen wie Außerirdische.

Selbst wenn wir uns nicht direkt für Aliens und Raumfahrt interessieren, kommen wir mit den Auswirkungen in Kontakt. Ob es die Mikrowellentechnologie ist oder teflonbeschichtetes Kochgeschirr oder vieles mehr. Selbst wenn wir uns diesem Thema entziehen wollen, über etliche Ecken hinweg kommen wir dennoch alle damit in Kontakt. Wenn die Heilige Schrift uns auffordert, von den weltlichen profanen Dingen Abstand zu nehmen, dann stellt sich die Frage wie profan außerirdisches Leben ist. Wie wir festgestellt haben, betrifft es unseren Alltag in wichtigen Dingen. Ebenso betrifft es auch das Leben von okkult und satanisch orientierten Menschen. Schließlich sind die einflussreichsten Okkultisten des 19. und 20. Jahrhunderts von spirituellen Führern beeinflusst wurden, welche sehr große Ähnlichkeiten mit den bekannten Motiven von den Greys haben. Ob es nun ein Aleister Crowley oder ein Anton Szandor LaVey ist, diese Menschen haben bis heute einen extremen Einfluss auf die mediale Kultur unserer Gesellschaft.

Wir können sehr gut erkennen, unabhängig von unserem eigenen Empfinden, in allen Lebensbereichen bekommen wir immer wieder Kontakt mit dem Thema Außerirdische oder zumindest mit den Auswirkungen von diesem Thema. Was sagt uns nun die Bibel zu oder über Außerirdische?

Die Bibel berichtet uns an sehr vielen Stellen von Aliens. Fast jeder Engel hat seinen Ursprung außerhalb unserer Erde. Gottes Thron steht im Himmel und ist somit außerhalb der Erde. Unser Erlöser wird auf einer Wolke wieder kommen und das neue Jerusalem wird aus dem Himmel herab kommen. Wir wissen somit: Außerirdische, im Sinn der Wortbedeutung, gibt es.

Was sagt uns die Heilige Schrift jedoch über die Absichten und dem Aussehen der Außerirdischen? Wir bekommen zwei grundlegend verschiedene Gruppen von Aliens beschrieben. Auf der einen Seite gibt es gottesfürchtige und Gott treuen Aliens. Auf der anderen Seite gibt es die abgefallenen Aliens. Zur zweiten Gruppe wird uns beschrieben, dass sich diese gegen Gott entschieden haben und für ihre Ziele die Menschen manipulieren. Die erste Gruppe ist bemüht uns zu helfen ein Leben in Gottes Willen zu führen und uns vor der zweiten Gruppe zu schützen. Wir können die zwei Gruppen optisch nicht unterscheiden, weil auch die Bösen sich als Engel des Lichts verkleiden können. Hinzu kommt, wir können in der Bibel immer wieder lesen, dass selbst die Menschen praktisch nie erkennen das ein Engel vor ihnen steht. So können wir kein grundsätzliches Aussehen von Aliens ableiten. Es gibt Beschreibungen von verschiedenen Aliens. Aliens / Engel mit und ohne Waffen, mit und ohne Flügel. Im Buch Daniel und in der Offenbarung werden Wesen beschrieben, die wie mutierte Lebensformen wirken. Tiere mit menschlichen Attributen und Menschen mit tierischen Attributen. Zu all diesen Aussagen gehören auch die Schilderungen aus den Evangelien von Geistern. Kurz gesagt: Wir haben die Gewissheit es gibt Leben, welches nicht irdisch ist und wir haben keine Gewissheit wie vielfältig diese Lebensformen sind.

Dazu haben wir aus biblischer Sicht auch die Unterscheidung zwischen außerirdisch und innerirdisch. Auch wenn die Schullehre uns erklärt, dass in der Erde kein Platz für Leben ist. Beschreibt uns die Bibel, dass Leben auch von unter der Erdoberfläche heraufkommen wird.

Wie steht die Heilige Schrift zu außer biblische Bücher?

Ganz oft wird uns von Theologen und verschiedenen Glaubensgemeinschaften abgeraten und teilweise verboten außerbiblische Texte zu studieren. Leider ist dieses Verbot sehr zweischneidig und vom Text selbst abhängig. Sehr viele Texte sind sehr unbiblisch und grenzen schon stark an Fantasy Romane.

Grundsätzlich ist es von der Bibel her gewollt, dass wir uns mit anderen Texten auseinandersetzen. Es steht nicht umsonst geschrieben: “Den Geist dämpfet nicht, die Weissagung verachtet nicht; prüfet aber alles, und das Gute behaltet. Meidet allen bösen Schein. Er aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch, und euer Geist ganz samt Seele und Leib müsse bewahrt werden unsträflich auf die Zukunft unsers HERRN Jesu Christi.” (1.Thessalonicher 5:19-23 Luther 1545)

Wir sollen also alles prüfen und zur Prüfung benötigen wir oft auch außerbiblische Texte. Wenn wir zum Beispiel etwas über historische Gewohnheiten wissen wollen, benötigen wir Geschichtsbücher und Bibellexika. Wenn wir Aussagen von Paulus prüfen wollen, benötigen wir sehr oft das Alte Testament und ab und an auch Informationen aus dem klassischen Judentum. Wenn wir uns jedoch mit dem Judasbrief tiefer auseinandersetzen, finden wir sehr schnell heraus, dass dieser Brief zwei Verse aus dem äthiopischen Henochbuch zitiert. Also wie sollten wir diese Verse prüfen, wenn wir das äthiopische Henochbuch meiden? Oder wie wollen wir zum Beispiel die Plagen beim Exodus prüfen, wenn wir ägyptische Texte gänzlich meiden?

Wenn wir die Bibel tatsächlich studieren, benötigen wir immer wieder Texte, die nicht in der Bibel enthalten sind. Es ist für mich immer wieder sehr erschreckend, wenn langjährig Gläubige es ablehnen Texte zu lesen, die nicht in ihrer Bibelübersetzung enthalten sind. Mich macht es nicht traurig, wenn Gläubige vorsichtig und zurückhaltend mit außerbiblischen Texte umgehen, nur die grundsätzliche Ablehnung stimmt mich traurig. Meiner Erfahrung nach sind diese Menschen exakt jene, welche die Tagespresse aufmerksam verfolgen und diesen Berichten mindestens so viel Glaubwürdigkeit schenken wie der Heiligen Schrift selbst. Es sind ebenfalls diese Menschen, welche die Schrift fast nie prüfen.

Wollen wir aber nicht vergessen, dass in der Vergangenheit der biblische Kanon verändert wurde. Bis ins 2./3. Jahrhundert nach Christi gab es gar kein neutestamentlicher Kanon. Damals fing die Kanonisierung erst an und dauerte auch seine Zeit. Während der Reformation entstand eine neue Kanonisierung. Zum Beispiel wurde dem Buch Daniel die apokryphischen Texte entfernt, diese gibt es jedoch noch immer in der katholischen Bibel, und auch die Buchanzahl insgesamt wurde verändert. Dazu wurden ursprünglich zwischen dem Alten Testament und dem Neuen Testament 11 apokryphische Bücher zur Belehrung eingefügt. Zum Schluss wurde in der jüngsten Geschichte nicht nur die Apokryphen zwischen den Testamente entfernt, die meisten Bibelübersetzungen gingen auch dazu über vom Textus Receptus auf den Nestle-Alan-Text zu wechseln. Somit haben wir allein in der protestantischen Geschichte 3 verschiedene Bibelkanons. Soweit ich informiert bin, unterscheiden sich auch der katholische und der orthodoxe Bibelkanon voneinander.

Also mit welchem Recht soll es nun grundsätzlich verboten sein außerbiblische Texte zu lesen oder zu studieren? Es gibt keine Rechtfertigung für so ein Verbot, jedoch gibt es ein Kriterium, welches wir uns selbst auferlegen sollten: Außerbiblische Texte erst zu lesen oder zu studieren, wenn wir unseren Bibelkanon in weiten Teilen verstanden haben. Wenn wir unsere Bibel nicht verstanden haben, wie wollen wir dann erkennen welche außerbiblische Texte grundsätzlich gegen biblischer Lehre sind und welche Texte mit biblischer Lehre Hand in Hand gehen?

Es sind theologische Lehren die Angst davor haben geprüft zu werden. GOTT hat uns sein Wort gegeben und scheut keine Prüfung, deshalb fordert er uns ja auch zum Prüfen auf. Wer keine Angst vor Prüfung hat, verbietet auch nicht die Möglichkeiten zu prüfen. In diesem Sinn ermutige ich Dich auch außerbiblische Texte zu studieren und mit der Bibel zu prüfen und die Bibel mit anderen Texten zu prüfen, wenn Du grundsätzliche biblische Lehren schon kennst und nicht gerade erst in deiner Nachfolge stehst.

Wann missionieren wir biblisch?

In größeren Städte begegnen uns viele Menschen, welche in irgendeiner Art versuchen zu Missionieren. In kleineren Ortschaften sind es meist nur die Zeugen Jehovas, welche durch ihre Stände oder ihre Hausbesuche zu missionieren versuchen. Aber wie biblisch ist solch eine Missionsarbeit?

Wir finden im Neuen Testament den Missionsbefehl: „Darum gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.” (Matthäus 28:19f. Luther 1545). Dort ist eben nicht beschrieben wie wir missionieren sollen. Deshalb wird oft die folgende Stelle dazu genommen: „Er forderte aber die Zwölf zusammen und gab ihnen Gewalt und Macht über alle Teufel und daß sie Seuchen heilen konnten, und sandte sie aus, zu predigen das Reich Gottes und zu heilen die Kranken. Und sprach zu ihnen: Ihr sollt nichts mit euch nehmen auf den Weg, weder Stab noch Tasche noch Brot noch Geld; es soll auch einer nicht zwei Röcke haben. Und wo ihr in ein Haus geht, da bleibet, bis ihr von dannen zieht. Und welche euch nicht aufnehmen, da gehet aus von derselben Stadt und schüttelt auch den Staub ab von euren Füßen zu einem Zeugnis über sie.” (Lukas 9:1-5 Luther 1545). Nun besagt diese Stelle auch nicht viel über die Art unserer Missionsarbeit. Es gibt uns nur einen Rahmen vor.

Unsere Herausforderung ist unsere moderne Zeit selbst. Denn so wie es die Jünger damals machten, würde Heute lediglich zu Debatten mit dem Ordnungsamt oder der Polizei führen: „Und sie gingen hinaus und durchzogen die Märkte, predigten das Evangelium und machten gesund an allen Enden.” (Lukas 9:6 Luther 1545). Unter Umständen würde so eine Missionierung auch in einer psychiatrischen Einrichtung enden, um auf den geistigen zustand untersucht zu werden. Ganz davon abgesehen, dass viele Menschen sehr aggressiv auf so eine Missionsarbeit reagieren könnten.

Jedoch ist das stumme Herumstehen eine sehr gewagte Missionsarbeit. Diese macht einfach nur Sinn, wenn man darauf wartet das der HERR oder der Heilige Geist bestimmte Menschen zu einem führt. Es ist eher eine passive Erfüllung des Missionsbefehls als ein aktives Erfüllen. Die Alternative von Haus zu Haus zu gehen ist zwar die aktive Variante, jedoch erfüllt es nicht ganz den Missionsbefehl. Bis diese Variante zu guten und lehrreichen Ergebnisse führt, entstanden schon viel Frustration und wahrscheinlich noch mehr Beschimpfungen und Streitereien.

Das Versenden oder das Verteilen von Traktaten und ähnlichem ist auch nicht so ganz die Erfüllung vom Missionsbefehl. Denn wie uns das Beispiel des Kämmerers zeigt, können die Menschen zwar die Texte lesen aber nicht ernsthaft eigenständig verstehen: „[…] Und siehe, ein Mann aus Mohrenland, ein Kämmerer und Gewaltiger der Königin Kandaze in Mohrenland, welcher war über ihre ganze Schatzkammer, der war gekommen gen Jerusalem, anzubeten, und zog wieder heim und saß auf seinem Wagen und las den Propheten Jesaja. […] Da lief Philippus hinzu und hörte, daß er den Propheten Jesaja las, und sprach: Verstehst du auch, was du liesest? Er aber sprach: Wie kann ich, so mich nicht jemand anleitet? […].” (Apostelgeschichte 8:27-28.30-31 Luther 1545).

Wie sieht also eine biblisch fundierte Missionierung aus? Diese besteht aus zwei einfachen Dingen: Unsere Art zu leben und einer frei zugänglichen Stelle. Die Schrift sagt uns, wir sollen das Licht in der Welt sein. Unsere Art zu leben, soll also für andere Menschen ein Vorbild sein. Dazu gehört es eben auch, dass wir uns ganz der Aufforderung Jesu hingeben und keine Angst haben. Keine Angst, was wir morgen essen, trinken und womit wir uns anziehen. Keine Angst die Wahrheit zu sagen. Keine Angst die biblische Moral in unserem Alltag umzusetzen. In Kombination mit der Aufforderung zu jeder Zeit und gegenüber jedem Erklärung abzugeben was uns motiviert so zu leben, ergibt eben das Licht in der Welt zu sein. Jesus machte eben nichts anderes. Er ging furchtlos durch die Städte und ging keiner Debatte mit den Schriftgelehrten und den Römern aus dem Weg. Hinzu kommen die Beschreibungen in der Apostelgeschichte, wo die Aposteln in den Synagogen gingen und lehrten. Dadurch baten die Heiden um weitere Belehrung. Eine vollumfängliche Erfüllung des Missionsbefehls zu gewährleisten sind lediglich unser Lebenswandel und ein offener Ort nötig. Leider verstehen die meisten Menschen unter einer Synagoge eine Art jüdische Kirche. Doch damals war eine Synagoge eher etwas wie ein Gemeindehaus. Es konnten Gläubige und Ungläubige hingehen und zuhören was Lehrer (Rabbiner) sagten oder diese eben auch befragen. Mir ist nicht eine einzige Kirche bekannt, wo jemand einfach hingehen kann und den Pastor, Pfarrer oder Prediger befragen. Auch wenn so genannte Gottesdienste grundsätzlich für alle zugänglich sind, werden diese fast nie zur Belehrung genutzt. Solche Treffen dienen hauptsächlich der Beruhigung des Gewissens und der Sammlung der wöchentliche Kollekte. Ich habe noch nie einen „Gottesdienst“ erlebt, wo die Menschen individuelle Fragen stellen können oder sich gezielt Rat holen konnten. Es sind Treffen, wo praktisch jede Minute durchgeplant ist und in keinster Weise zur Umsetzung des Missionsbefehls dient.

Meine Erfahrung mit Bibelkurse oder Bibelstudienkurse ist auch sehr bescheiden. In den meisten Fällen werden mit solchen Kursen entweder nur Gelder eingenommen oder nur eine bestimmte Bibelübersetzung präferiert oder eine bestimmte Theologie weitergetragen oder eben eine Mischung aus all dem. Es geht, nach meiner Erfahrung, nie um echte Belehrung auf rein biblischer Grundlage.

In diesem Sinn ist es sehr traurig in der Christenheit und es besteht erheblicher Nachhol- und Korrekturbedarf.

Was sagt die Schrift über die Demokratie und Regierungsformen?

In unserem Leben bekommen wir ständig gesagt, dass die Demokratie eine sehr gute gesellschaftliche Entwicklung sei. In der Schule wird uns beigebracht, es sei eine großartige Errungenschaft und eine Ehre in einer demokratischen Gesellschaft zu leben. Leider fragt fast kein Gläubiger die Heilige Schrift dazu. Dabei ist die Antwort der Bibel zur Demokratie ganz offensichtlich: Die Demokratie ist vollkommen unbiblisch.

Für alle, welche das Alte Testament unbeachtet lassen wollen: Jesus ist unser Erlöser und König. Dieser Titel ist nicht eine Floskel, es ist eine Tatsache. Wenn Jesus also unser König ist, dann befinden wir uns in der Theokratie, mindestens in der Monarchie.

„Und er hat einen Namen geschrieben auf seinem Kleid und auf seiner Hüfte also: Ein König aller Könige und ein HERR aller Herren.“ (Offenbarung 19:16 Luther 1545)

Der Nachteil einer Demokratie ist ziemlich offensichtlich: Wenn die Mehrheit stumpfsinnig und/oder schlicht bösartig ist, wird jegliches Leben bedroht und steht vor ihrer Ausrottung. In Jesus haben wir einen gerechten und weisen König. Mit ihm werden wir sehr gut geführt und regiert. Wenn wir uns vorstellen, dass in Sodom eine demokratische Abstimmung für ihre Vernichtung stattgefunden hätte, wird uns bewusst, was das Problem der Demokratie ist.

Hinzu kommt, in der Apostelgeschichte sehen wir sehr schön, dass wichtige Entscheidungen ausgelost wurden:

„Und sie warfen das Los über sie, und das Los fiel auf Matthias; und er ward zugeordnet zu den elf Aposteln.“ (Apostelgeschichte 1:26 Luther 1545)

Wichtige Entscheidungen wurden nicht demokratisch abgestimmt, die Führung durch unserem HErrn ist eine königliche Führung. Wenn wir einen Schritt weiter gehen, müssen wir akzeptieren: Auch die klassische Monarchie ist nur eine B-Wahl. Aufgrund der biblischen Geschichte wird uns ganz deutlich aufgezeigt: Unser Schöpfer möchte uns führen. Er mag es nicht besonders, wenn wir andere Menschen als unsere Anführer auswählen. Dies sehen wir sehr schön durch den Propheten Samuel:

„und sprachen zu ihm: Siehe, du bist alt geworden, und deine Söhne wandeln nicht in deinen Wegen; so setze nun einen König über uns, der uns richte, wie alle Heiden haben. […] Der HERR aber sprach zu Samuel: Gehorche der Stimme des Volks in allem, was sie zu dir gesagt haben; denn sie haben nicht dich, sondern mich verworfen, daß ich nicht soll König über sie sein.“ (1.Samuel 8:5.7 Luther 1545)

Hier wird uns sehr deutlich aufgezeigt: Wenn wir uns eine andere Führung als die durch unserem HErrn und Erlöser wählen, verwerfen wir Gottes Sohn. Gottes Volk erhielt nur einen menschlichen König, weil das Volk den anderen Völkern nachgeeifert hat. Seit diesem Zeitpunkt ging es stetig mit Gottes Volk abwärts. Immer wieder führten die Führer des Volkes, das Volk auf Abwege. Götzen wurden verehrt, menschliche Absichten wurden immer wichtiger und die Führer schufen immer mehr ungöttliche Regeln.

Wenn wir uns also daran beteiligen menschliche Führer oder Führergruppen zu wählen, entscheiden wir uns gegen die Führung Gottes. Deshalb solltest Du Dich ernsthaft fragen ob Du wirklich bereit bist Dich Gottes Führung zu unterordnen. Es wird immer Menschen und Gruppen geben, die Gottes Volk fremdbestimmen wollen. Wenn Gott es zulässt, dass andere bestimmen, dann ist es ebenso. Meine Empfehlung ist: Lass Dich nicht dazu verleiten Gott untreu zu werden.

Welche biblische Einkommensarten gibt es?

Die Heilige Schrift kennt verschiedene Einkommensmöglichkeiten. Jedoch ist nicht jede Einkommensart im Sinne Gottes oder unseres HERRN. Wenn wir es genauer betrachten, stellen wir fest: Damalige Einkommensarten sind exakt dieselben wie heute.

Zuvor müssen wir uns erst einmal bewusst werden, was Arbeit eigentlich ist. Arbeit ist die Tätigkeit, welche uns entlohnt wird, womit wir wiederum unsere Bedürfnisse finanzieren. Umgangssprachlich nennen wir es auch unseren Beruf. Diese Bezeichnung ist, in unserer heutigen Zeit, jedoch so weit irreführend, dass die Meisten von uns einfach nur etwas erlernen oder einer Tätigkeit nachgehen ohne sich dazu berufen zu fühlen. Der Begriff Beruf hat mit Berufung zu tun und trifft eigentlich nur zu, wenn wir eine Arbeit machen, die uns erfüllt und zufrieden macht. Da spielt es zunächst keine tragende Rolle von wem oder was wir uns berufen fühlen. Im Idealfall ist es der Ruf unseres HERRN. Wenn wir jedoch weltlich orientiert sind, kann die Berufung auch vom Widersacher oder von unserem Ego oder auch vom Geld selbst herkommen.

Wir unterscheiden zwischen selbstständige und unselbstständige Einkommensverhältnisse. Auf die Selbstständigkeiten gehe ich hier nicht ein, da diese Bezeichnung weitestgehend selbsterklärend ist. Die unselbstständige oder auch abhängige Beschäftigung unterteilen wir in Freie Berufe und Dienstbeschäftigungen. In der BRD gibt es einen nicht abgeschlossenen Katalog von Freie Berufen, wie zum Beispiel Rechtsanwälte, Lehrer, Schriftsteller und Künstler. In etwa sind das alles Berufe, die entweder eine höhere Ausbildung erfordern oder schlicht viel Kreativität erfordern. Die Dienstbeschäftigungen sind die am meisten verbreiteten Arbeitsverhältnisse. Auch diese werden noch einmal grob in zwei Arten unterteilt. Jene die auf ein bestimmtes Ergebnis abzielen (Werkverträge) und jene die auf eine bestimmte Leistung ausgelegt sind (Dienstverträge).

Zu jeder Einkommensart finden wir auch biblische Beispiele:

Selbstständige sind zum Beispiel die Kaufleute.

Freie Berufe sind zum Beispiel Lukas (Arzt), Rabbis (Lehrer), Jesus (Ingenieur).

Werkverträge werden zum Beispiel von Petrus (Fischer), Rahab (Prostituierte), David (Hirte).

Dienstverträge werden zum Beispiel von den römischen Soldaten, dem Volk Israel in der ägyptischen Knechtschaft, Daniel am Hof der Könige von Babylon und Persern erfüllt.

Wenn wir also lesen: ”Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun noch dein Sohn noch deine Tochter noch dein Knecht noch deine Magd noch dein Ochse noch dein Esel noch all dein Vieh noch dein Fremdling, der in deinen Toren ist, auf daß dein Knecht und deine Magd ruhe wie du. Denn du sollst gedenken, daß du auch Knecht in Ägyptenland warst und der HERR, dein Gott, dich von dort ausgeführt hat mit einer mächtigen Hand und mit ausgerecktem Arm. Darum hat dir der HERR, dein Gott, geboten, daß du den Sabbattag halten sollst.” (5.Mose 5:14f. Luther 1545) Dann wissen wir schon mal, wer ein Knecht ist. Nämlich Jener der einen Dienst zu erfüllen hat, wobei wir gerade bei diesem Beispiel sehr schön erkennen können wie fließend der Übergang vom Werkvertrag zum Dienstvertrag ist. Denn der Pharao befahl unserem Volk nicht 10 oder 18 Stunden zu arbeiten, er befahl wie viele Ziegel fertig gemacht werden müssen. Dies entspricht einem Werkvertrag, doch im Gesamtbild, weil die Anzahl einseitig veränderbar war, wurde nicht nur das Ergebnis verändert, sondern definitiv auch der tägliche Arbeitsaufwand.

Die Bezeichnung Sklave finden wir eigentlich erst im Neuen Testament und folgende Verse zeigen uns sehr schön auf, Knecht und Sklave sind verschiedene Bezeichnungen für die im Grunde selbe Abhängigkeit:

“Spricht aber der Knecht: Ich habe meinen Herren lieb und mein Weib und Kind, ich will nicht frei werden,” (2.Mose 21:5 Luther 1545)

“ […] denn von wem jemand überwältigt ist, diesem ist er auch als Sklave unterworfen.“ (2.Petrus 2:19)

Zusammengefasst bedeutet es für uns: Jede Beschäftigung, in der wir von einem Menschen oder eines Unternehmen abhängig sind, macht uns zu Knechten beziehungsweise zu Sklaven. Nur wenn wir unseren Arbeitstag selbst gestalten können und lediglich das Ergebnis erfüllen müssen, sind wir Freie. Dazu gehören zum Beispiel auch die Freelancer. Diese gehören nicht zu den freien Berufen, sind lediglich frei von ihrer Abhängigkeit. Freelancer werden eben auch als freie Mitarbeiter bezeichnet und suchen sich mehr oder weniger ihre Auftraggeber aus und werden oft nur für ein Projekt oder als Vertretung angestellt.

Es ist vollkommen uninteressant welche Einkommensart Du hast. Wichtig ist lediglich das Du Dir bewusst wirst in welchem Verhältnis Du dein Einkommen erzielst. Unsere Herausforderung ist unsere Arbeit auf biblische Grundlagen zu verrichten und gegebenenfalls unseren Arbeitgeber zufrieden zu stellen. Dies ist in dem Bereich des Einzel- und Großhandels extrem problematisch. Die Arbeitgeber in diesen Branchen sind nie zufrieden mit dem Gewinn und dadurch entstehen aus biblischer Sicht Lug und Trug. Produkte werden angepriesen mit bewusst irritierenden Worte und gerade durch die Globalisierung werden Ersparnisse in der Herstellung in höhere Gewinne umgemünzt, anstatt die Ersparnisse mit dem Kunden zu teilen. Dabei sind Personaldienstleister wahrscheinlich die größten Menschenverächter. Sie vereinen in sich sämtliche negativen Eigenschaften der Dienstherren/Sklavenhalter und den Kaufleuten. Mir ist praktisch keine Branche bekannt die so viel Schlechtigkeit in sich vereint und diese dann auch noch als positiv versucht zu verkaufen.

Welches Finanzmodel lehrt die Bibel?

Im Lauf der Geschichte entwickelte die Menschheit sehr viele verschiedene Finanzmodelle. Unabhängig wie verschieden diese Modelle auch waren, hatten alle Systeme ein großes Problem: Alle basieren auf ein Ungleichgewicht, sprich auf Armut und Reichtum.

Leider sind zwar viele Menschen unzufrieden mit den wirtschaftlichen Ungerechtigkeiten, doch fast Niemand boykottiert solche Finanzmodelle. Stattdessen machen fast alle mit und schauen oft herablassend oder bemitleidend auf die sehr wenigen Aussteiger. Doch welches Art von Wirtschaftsmodell lehrt uns die Heilige Schrift? Lehrt die Bibel überhaupt Wirtschaftsfragen?

Selbstverständlich können wir sehr viel über Finanzen in der Bibel lesen und lernen. Dieses Buch, was viele Leute als alt und längst überholt bezeichnen, hat zu jeder Lebensfrage mindestens eine Antwort. Wie so oft liegt die Herausforderung darin, die Finanztipps zusammen zu sammeln. Die Heilige Schrift hat eben keine lange Aneinanderreihung dieser Tipps, wie bei anderen Themen, sind die Ratschläge durch die Bibel hindurch verteilt. Wenn wir die historischen Hintergründe ein wenig mitbetrachten, zeigt uns die Bibel verschiedene Geldtipps in verschiedenen Wirtschaftssysteme.

Ob Du finanziellen Wohlstand als ein Segen Gottes empfindest oder nicht, ist ein anderes Thema. Trotzdem zeigt uns die einfachste Form, um finanziell etwas zu erhalten, ist zu bitten. In Exodus (2. Mose) frugen die Israeliten die Ägypter. „Und die Kinder Israel hatten getan, wie Mose gesagt hatte, und von den Ägyptern gefordert silberne und goldene Geräte und Kleider. Dazu hatte der HERR dem Volk Gnade gegeben vor den Ägyptern, daß sie ihnen willfährig waren; und so nahmen sie es von den Ägyptern zur Beute. Also zogen aus die Kinder Israel von Raemses gen Sukkoth, sechshunderttausend Mann zu Fuß ohne die Kinder. Und es zog auch mit ihnen viel Pöbelvolk und Schafe und Rinder, sehr viel Vieh.” (Exodus / 2.Mose 12:35-38 Luther 1545)

Das verwendete Wort, was mit gefordert übersetzt wurde, hat 19 direkte Übersetzungsmöglichkeiten. Von diesen Möglichkeiten wird aus rein theologischen Gründen kontinuierlich das negativ belastete Wort fordern gewählt. Die Neue evangelistische Übersetzung (NeÜ) stellt die einzige mir bekannte Alternative dar. Aus dem Kontext heraus ist die gewohnte Übersetzung sehr deplatziert. Fordern beinhaltet immer auch Macht für oder etwas, wenn wir uns die Definition im Duden anschauen:

einen Anspruch erheben und ihn nachdrücklich kundtun; verlangen

auffordern [lassen], sich im Zweikampf oder vor Gericht für etwas zu verantworten

(jemandem) etwas abverlangen; zu einer Leistung zwingen

(Quelle: https://www.duden.de/rechtschreibung/fordern abgefragt am 21.10.2023 um 19:41 Uhr)

Aber welche Macht hatten die Israeliten damals? Sie waren zu unliebsame Gäste im fremden Land geworden. Aus der Sicht der ägyptischen Führung waren die Israeliten schuld an den Plagen. Selbst der Pharao war so verzweifelt, dass er die Israeliten gehen ließ, samt ihrem Besitz. Wenn die 12 Stämme also keine Macht hatten, dann ist die gängige Übersetzung definitiv nicht korrekt. Sollten die Patriarchen doch irgendwie mächtig gewesen sein, dann stellt sich die Frage: Weshalb betont die Bibel dann: „Dazu hatte der HERR dem Volk Gnade gegeben vor den Ägyptern, […]“? Wozu bedarf ein mächtiges Volk die Gnade des HERRN?

Du siehst also, die gängigen Übersetzungen sind manches Mal sehr theologisch und nicht unbedingt im biblischen Sinn übersetzt. In diesem Punkt ist die NeÜ-Übersetzung etwas besser: „Auf Moses Anweisung hatten sie sich von den Ägyptern silberne und goldene Schmuckstücke und festliche Kleidung erbeten. Jahwe hatte ihnen bei den Ägyptern Achtung verschafft, so dass sie ihnen gaben, was sie verlangten. Auf diese Weise plünderten sie die Ägypter aus. Die Israeliten brachen von Ramses in Richtung Sukkot auf. Es waren etwa 600.000 Männer zu Fuß, die Kinder nicht mitgerechnet. Auch eine Menge Nichtisraeliten hatte sich ihnen angeschlossen. Dazu kamen große Herden an Schafen, Ziegen und Rindern. (Exodus / 2.Mose 12:35-38 Neue evangelistische Übersetzung)

Fordert das Alte Testament zum Töten auf?

Sehr oft wird behauptet, das Alte Testament fordere ständig zu Gewalt und Töten auf. Leider sind solche Ansichten und Interpretationen nicht nur extrem fragwürdig, sie sind äußerst unbiblisch. Unserem Schöpfer liegt nichts ferner, als uns zu Mord und Totschlag aufzufordern. Anhand von Kain sehen wir sehr schön, Gott befürwortet keine Gewalt. Die zehn Worte sagen uns, wir sollen nicht töten. Zur Zeit Mose wurde geregelt welche Konsequenz es hat, wenn jemand beim Unfall erschlagen wird. Wir haben so viele Erklärungen und Anweisungen gegen Mord und Totschlag. Wie soll es dann möglich sein, dass wir durch das Alte Testament zu genau diesen Untaten aufgefordert werden?

Die Menschen, die von Gewaltaufforderungen im Alten Testament ausgehen, ignorieren das Gott Liebe ist. Gott steht für Leben schaffen, Leben erhalten und Leben beschützen. Es gibt keine logische Möglichkeit irgendeinen Vers aus der Heiligen Schrift für Gewaltaufrufe zu missbrauchen. Unser HErr hat es uns vorgemacht: Als Kain zum Totschläger wurde, hat er ihn nicht umgebracht. Kain bekam die Chance aus seinem Fehler zu lernen. Kain erhielt sogar ein Zeichen, damit er von Niemanden erschlagen würde. Hat Gott nun einen Totschläger beschützt um seiner Tat willen? Gewiss nicht. Bei Sodom und Gomorra lernen wir etwas mehr. Die Städte wurden vernichtet. Wurden die Städte vernichtet, weil die Menschen ungehorsam waren? Oder wurden die Städte vernichtet, weil Gott etwas gegen eigenständig denkende Menschen hat? Auch dies ist nicht der Fall. Kain war der erste Mensch, welcher geboren wurde. Kain war emotional verirrt. Er hatte keinen überlieferten Kontakt mit der Schlange. Uns wird bewusst aufgezeigt, dass es um Emotionen ging:

„Da sprach der HERR zu Kain: Warum ergrimmst du? und warum verstellt sich deine Gebärde? Ist's nicht also? Wenn du fromm bist, so bist du angenehm; bist du aber nicht fromm, so ruht die Sünde vor der Tür, und nach dir hat sie Verlangen; du aber herrsche über sie.“ (Genesis / 1.Mose 4:6f. Luther 1545)

Bei der Episode zu Sodom und Gomorra erfahren wir, wenn auch nur 10 gute Menschen in den Städten gewohnt hätten, wären die Städte ihrem Untergang entgangen.

„Und er sprach: Ach zürne nicht, HERR, daß ich nur noch einmal rede. Man möchte vielleicht zehn darin finden. Er aber sprach: Ich will sie nicht verderben um der zehn willen.“ (Genesis / 1.Mose 18:32 Luther 1545)

Wenn es also auch nur eine geringe Möglichkeit gibt, dass die Menschen sich zum Guten wenden können, so lange wird der HErr die Menschen erhalten. Manch einer wendet nun ein, es sei ungerecht Leben zu beenden unabhängig von der Weltanschauung des einzelnen Menschen. Grundsätzlich stimmt es. Wenn Gott jedoch weiß, dass der Mensch extrem bösartig ist und der Mensch gar nichts mehr dazu beitragen kann etwas Gutes zu schaffen, dann ist es das Beenden von Leben ein Schutz für die Anderen. Es wird oft diskutiert, ob ein Verbrecher erschossen werden darf, wenn damit viele Leben geschützt werden. Ebenso wird oft debattiert, ob die Triage richtig ist und nach welchen Kriterien verfahren werden soll. Die Triage ist die Vorauswahl bei der Behandlung in Extremsituationen. Da geht es um die Frage ob bei Selber oder ähnlicher Voraussetzung das Leben eines alten Menschen oder das Leben eines jungen Menschen gerettet werden soll, wenn nur ein Leben gerettet werden kann. Was Gott nun macht ist etwas ähnliches. Kain hatte nicht vor alle Menschen zu töten. Plump ausgedrückt: Kain hatte lediglich einen echt miesen Tag. Bei Sodom und Gomorra war die Situation anders. Die Städte waren damals große Metropolen und dort wurde das Leben verachtet. Die Menschen hatten nur noch ihre eigene körperliche Lust im Sinn. Sie schreckten nicht einmal vor gemeinschaftlicher Gruppenvergewaltigung zurück. Die Bevölkerung wurde gewalttätig, um ihre Homosexualität auszuleben. Also in jeder Hinsicht wurde dort das Leben zerstört und hatte einen sehr geringen Wert. Vereinfacht gesagt: Durch den Einfluss dieser Städte war das Leben in einem großen Landgebiet bedroht.

Die Geschichte von Jona und Ninive zeigt uns ein Alternativende. Ninive war ebenfalls eine sehr einflussreiche Metropole. Auch dort gab es schreckliche und Lebensbedrohliche Gewohnheiten. Ninive ist also ein vergleichbarer Ort wie Sodom und Gomorra gewesen. Im entscheidenden Moment erkannten die Bewohner von Ninive ihre Fehler. Als das Urteil der Zerstörung feststand, bekehrten sich die Bewohner und kehrten von ihrem Lebenswandel um. So wurde deren Leben und die Leben im Einflussgebiet bewahrt.

Wenn in der Bibel also zur Gewalt oder zum Krieg aufgefordert wird, dann geschieht es nicht aus reiner Habgier oder Machtsucht. Erstrecht geht es nicht um die Freude an Gewalt. Um dies besser zu verstehen, müssen wir das biblische Prinzip von Leben und Tot besser begreifen. Die Heilige Schrift sagt uns ganz klar, unser körperlicher Tod ist nichts Endgültiges. Nach dem körperlichen Tod kommt irgendwann die Auferstehung, das Endgericht und danach kommt entweder der endgültige Tod oder das ewige Leben. Dies bedeutet also, wenn wir unseren körperlichen Tod haben, werden wir in einem andauernden Schlaf versetzt und so aus dem Spiel des Lebens genommen. Wenn wir also in der Bibel lesen, dass Gottes Volk andere Völker oder Gruppen angreifen sollten, dann waren diese Gruppen so extrem verdorben, dass es zum Schutz der restlichen Bevölkerung geschah. In unserem Leben erhalten wir kontinuierlich die Möglichkeiten, um uns für Buße und Umkehr zu entscheiden. Nur wenn wir der Welt nichts Gutes mehr geben können, weil wir durch und durch verdorben sind, dann gestattet unser Schöpfer das andere uns aus dem Spiel des Lebens nehmen. Wenn wir also so kaputt wie Sodom und Gomorra sind, dann gestattet Gott die Welt sich von uns zu erlösen.

Leider wird auch sehr oft unbeachtet gelassen, dass im Alten Testament die bekämpften Völker keine Menschen sind. Die Schrift spricht selbst oft davon, dass es Völker von Riesen waren. Theologen neigen oft dazu, die Schilderungen von Riesen zu verdrehen. Entweder werden aus den Riesenmenschen mit Macht gemacht oder die Riesen sind einfach nur großgewachsene Menschen. Dies ist eben der Nachteil von Theologien, sie nehmen die Schriften sehr oft nicht ernst. Diese Riesen waren was wir heute als Halbgötter bezeichnen. Und diese Halbgötter waren den Menschen nicht gut gesinnt. Sie waren extrem gewalttätig und duldeten die Menschen nur so lange wie die Menschen einen Vorteil brachten. Es bestätigt, so oder so, meine gemachte Aussage: Erst wenn die Menschen in großem Umfang extrem bösartig sind, gestattet Gott kriegerische Maßnahmen als letztes Mittel um Leben zu erhalten und zu bewahren.

Woran erkenne ich Gottes Schutz?

Ganz oft in unserem Leben taucht in irgendeiner Form diese Frage auf: Woran erkenne ich den Schutz Gottes in meinem Leben? Diese Frage stellen wir oft, wenn wir meinen, dass Probleme und Kummer uns überrennen. Immer dann, wenn wir nur schwer oder manchmal gar nicht das Wirken unseres Erlösers erkennen können. Dabei ist diese Frage eigentlich sehr gemein und führt oft zu einem Problem: Wir wollen eigentlich nur unsere negative Denkweise bestätigt haben.

Jeden Tag, wo Du keinen Unfall hattest, wo Dich Niemand umbringen wollte oder auch wo Du schlicht gesund zu Bett gehst, ist ein Tag mit vielen Situationen, wo wir beschützt wurden. Leider sind wir gewohnt, dass uns nichts Schlimmes passiert. Dadurch werden wir irgendwann blind diese Ereignisse zu realisieren und so unseren Schutz wahrzunehmen.

Wenn wir jedoch in Krisen sind, können wir seinen Schutz viel besser erkennen. In jeder neuen Krise lernen wir neue Menschen kennen oder uns bekannte Menschen verlassen uns. Dies ist sehr oft der erste Schritt für unserem Schutz. Die neuen Menschen sind oft eine kurzzeitige Unterstützung für uns, um die schwere Zeit angenehmer und besser zu überstehen. Manchmal verlassen uns Menschen, weil diese uns in den schweren Zeiten nur tiefer in Sorgen und Kummer ziehen würden. Seit ich mich bewusst für ein Leben in der Nachfolge entschied, habe ich in Jeder kritischen Situation positive Dinge erkennen können. Dies war mir vorher unmöglich. Oft sind es Kleinigkeiten, aber diese kurzen schönen Erkenntnisse stärken mich wieder ein wenig. Wenn Du also auf der Suche nach Beweisen für den Schutz in deinem Leben suchst, dann vertraust Du noch nicht und verschwendest deine Energie und deine Zeit.

Um es besser verdeutlichen zu können, lass mich Dir zwei Episoden aus meinem Leben berichten. Als ich noch jung war, starb mein Opa. Er war ein sehr wichtiger Mensch in meinem Leben. Zu dieser Zeit hatte ich keine Beziehung zu unserem HERRN und mich warf dieses Ereignis sehr stark aus der Bahn. Wie so oft im Leben, passierte es zu einer Zeit, wo ich sowieso in einer sehr schwierigen Lebensphase war. Vermutlich wie jeder fast 17-Jähriger. Der Tod meines Opas zog mir so heftig den Boden unter den Füßen weg, dass die nächsten 7 Jahre eine Abwärtsspirale von Gewalt, Drogen und völligem Scheitern war. Meine geringe Hoffnung war: Am Ende wird es irgendwie wieder gut. Obwohl ich eben nichts Positives erkennen konnte. Mein exzessiver Genuss von Alkohol und Drogen machte es nicht besser. Es half mir lediglich die Welt um mich herum auszublenden. Im Rückblick bin ich mir sicher: Bei jeder Schlägerei und jedem Erbrechen, nach dem Saufen und so, hatte mich der HERR beschützt. Ich hatte so viele Situationen, wo ich sterben hätte können oder auch beinahe starb. Vier oder fünf Mal wurde ich im Krankenhaus wach und die Ärzte sagten mir, dass ich reanimiert werden musste. Einmal bin ich sogar wieder zu mir gekommen, als man mir den Defibrillator anlegen wollte. Als ungläubiger Mensch sah ich nicht den Schutz. Ich nahm diese Anlässe als ein Zeichen für meine Unverwundbarkeit und meiner Stärke. Aber was war den mein Beitrag dabei nicht zu sterben? Was habe ich gemacht, dass zur richtigen Zeit Ärzte und ähnliches da waren? Ich habe gar nichts dazu beigetragen. Was war meine Leistung dabei, dass ich Niemanden erschlagen habe? Dabei gab es oft Situationen, in denen andere Menschen erhebliche körperliche Schäden davon trugen. Von gebrochenen Knochen, über fehlende Zähne bis hin zu mehrtägigen Krankenhausaufenthalte war fast alles dabei. In all diesen Erlebnissen und Situationen war der HERR bei mir und schützte mich.

Nach dem ich zum Glauben fand und ich es zugelassen hatte, dass der HERR mein Herz änderte, gelang es mir in schwierigen Zeiten sein Wirken zu erkennen. Der HERR will uns beibringen eigenständig die richtigen Entscheidungen zu treffen. Dazu gehört eben auch das wir eigenständig denken und zu unseren Entscheidungen stehen. Wie ich die Wichtigkeit des Sabbats erkannte, fiel ich in ein moralisches Dilemma. Zuallererst war ich mir unsicher, wie der wöchentliche Rhythmus beim Monatswechsel ist. Danach hatte ich ein Problem damit Freitagsabend und samstags zu arbeiten. Es ging so weit, dass ich drauf und dran war meinen Job zu kündigen. Aber was sollte dann sein? Leben auf Kosten der Gemeinschaft war keine Option, schließlich sollen wir ja sechs Tage arbeiten, um unseren Lebensunterhalt zu bestreiten. Wie sollte ich da nun reagieren? Es blieb zunächst eben nur eine Möglichkeit für mich: Um Leitung und Hilfe zu beten.

Oft haben wir Probleme die biblischen Lehren in unserem Leben aktiv umzusetzen. Das Wichtigste ist dann: Ruhe bewahren und unseren Focus zu behalten. Was geschah also nun nach meinem Gebet? Anfänglich passierte gar nichts. Erst ein paar Wochen später wurde mein Einsatzort geändert. Der Kunde von der Personalfirma, bei der ich tätig war, meldete mich ab und ich bekam einen neuen Einsatz. Da gab es dann keine Samstagsarbeit. Im ersten Moment war ich erschrocken, dass man mich abgemeldet hatte. Ich nahm es einfach zu persönlich, als eine negative Bewertung meiner Arbeitskraft. Erst im zweiten Moment realisierte ich: Dies ist die Reaktion auf mein Gebet. Seitdem musste ich fast gar keinen Samstag mehr arbeiten und das bei verschiedenen Arbeitgebern in den letzten 4 Jahren.

Auch wenn ich eine längere Zeit brauchte, habe ich mittlerweile gelernt, die Hilfen zu erkennen. Sehr oft erwarten wir große Wunder. Ich hatte keine klare Vorstellung darüber, wie meine Gebete erhört werden könnten. Dennoch dachte ich eher an einen kompletten Wechsel. Irgendwie erhoffte ich mir, dass sich irgendwer bei mir meldet und mir den Idealen Job anbietet. Doch so funktioniert es eben fast nie. Würde es so funktionieren, wäre der Lerneffekt nicht gegeben und ohne den Lerneffekt können wir nicht wachsen.

Lehrt die Bibel Hass und Wut gegenüber der eigenen Familie?

Ich empfinde es immer wieder als sehr erschreckend, wenn Menschen meinen, die Bibel verlangt etwas wie Hass und Wut. Noch erschreckender empfinde ich es, wenn die Menschen meinen Jesus erwartet den Hass gegenüber der eigenen Familie.

Es ist unbestreitbar, dass Jesus sagte: „Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater, und die Tochter mit ihrer Mutter, und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter;“ (Matthäus 10:35 Elberfelder 1905). Leider ignorieren diese Leute den Grundgedanken der Heiligen Schrift: Liebet und mehret euch. Es gibt keine weltliche Institution in der Bibel, welche wichtiger als die eigene Familie ist. Die Familie ist so extrem heilig, dass Abram, bevor er zu Abraham wurde, in den Krieg zog, um seinen Neffen zu befreien (Genesis / 1.Mose 14:13-16). Durch Abram können wir drei Aspekte sehr gut erkennen: a) Die Familie zu beschützen ist wichtig.

b) Der Schutz der Familie kann in extremen Situationen sogar mit Gewalt verbunden sein. c) Dies geschah bevor Abram zum „Vater von Vielen“ (Abraham) wurde. (Genesis / 1.Mose 17:5)

Woher kommt nun das Problem des Missverständnisses? In den meisten Fällen liegt es an der Oberflächlichkeit, wie die Menschen die Bibel lesen. Wenn Jesus seine eigene Familie verleugnet (Matthäus 12:48) oder zum angeblichen Hass auf die eigene Familie aufruft (Matthäus 10:37), dann ist der Kontext und der abgezielte Effekt zu berücksichtigen. Ich erwarte von keinem Menschen, der frisch im Glauben ist, dass er diese Tiefe direkt versteht. Aber ich erwarte von den ganzen Theologen, dass diese aufhören solche Verse zu ignorieren oder für ihre eigenen Ziele zu missbrauchen. Schließlich obliegt es den Bibellehrern und den Schriftgelehrten für die Harmonie, zwischen biblischen Lehren und dem Lebenswandel der Gemeinde, zu sorgen.

Lasst uns erstmal gemeinsam die Grundlagen anschauen.

Als aller erstes ist die Grundlage „Liebe deinen Nächsten wie Dich selbst“ und die Unterscheidung zwischen einem aufrecht glaubenden und einem nicht aufrecht glaubenden Menschen. Wenn wir unseren Nächsten lieben wie uns selbst, dann ist es ein Hass oder ähnliches gegenüber unserer Familie nur biblisch richtig, wenn wir uns selbst hassen. Wenn Du nun ein gläubiger Mensch bist, dann vertraust Du darauf, was die Schrift uns verspricht. Kurz und knapp zusammengefasst verspricht uns die Schrift, dass es uns am Ende gut geht. Wenn wir aber hassen, ist es unmöglich das es uns gut geht. Wenn Du jedoch frisch oder unbeholfen im Glauben bist, hältst Du es für etwas Gutes deinen Gefühlen freien Lauf zu lassen. Es ist völlig normal, dass unser Glauben, also unser Vertrauen, wachsen muss. Nur weil wir uns für ein Leben in der Nachfolge unseres Erlösers entschieden haben, haben wir nicht automatisch blindes Vertrauen.

Dies ist der erste Aspekt, der uns dazu verleitet die Worte JESU zu missverstehen. Wir glauben anfänglich nur selten daran, dass eine schlechte Erfahrung oder eine böse Situation für uns zum Guten dient. Es liegt also zuallererst an unsere eigene Denkweise und unseren eigenen Erfahrungen mit dem HERRN.

Der nächste Grund, dass wir die Worte JESU verdrehen, ist sehr oft unsere übertriebene Motivation ihm nachfolgen zu wollen. Wir wollen alles richtig machen und scheuen uns anfänglich jede größere Herausforderung. Gerade wenn unsere Familie und Freunde nicht zum HERRN gefunden haben und diese auch kein Verständnis für unseren neuen Lebensweg besitzen. Ganz ehrlich, dann sind Worte wie: „Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater, und die Tochter mit ihrer Mutter, und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter; […] Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig;“ (Matthäus 10:35.37 Elberfelder 1905) ein sehr willkommenes Argument. Am Anfang unseres Leben als Nachfolger sind solche Denkweisen normal und nicht besonders verwerflich. Es zeigt uns eben auf wie weit wir in unserem Glauben und unserem Verständnis fortgeschritten sind.

Es wird erst verwerflich, wenn Theologen oder Gemeindeältesten diese Denkweise auch noch fördern. Nur damit unwissende oder unverständige Menschen zu der eigenen Gruppierung kommen.

Was ist es denn nun, was uns die Bibel mit solchen Versen lehren will? Sie lehrt uns Grundsätze zu entwickeln und an Prinzipien festzuhalten. Es geht bei den Versen immer wieder um einen Grundsatz: Liebe GOTT von all deinem Herzen und mit deiner ganzen Seele, ebenso liebe deinen Nächsten wie Dich selbst!

Nun fragst Du Dich womöglich: „Wenn meine Familie Jesus nicht mag, wie kann ich Jesus und meiner Familie anhängen?“ Die Antwort ist einfach: Gar nicht. Es geht darum, durch unserer Nachfolge ein Vorbild für unsere Familie zu sein. Sie werden sehen das es Dir an nichts fehlt und das kein negatives Erlebnis Dir langfristig schaden wird. Damit sie es aber sehen können, musst Du den Kontakt behalten. Wir haben nur einen einzigen Grund unsere Familien tatsächlich zu verlassen: Wenn unsere Familien uns absichtlich und böswillig von unserer Nachfolge abhalten wollen und den HERRN richtig hassen. Dies soll uns aber nicht dazu verführen unsere Familie zu hassen. Unser Erlöser kann sich sehr gut selbst verteidigen, dafür braucht er nicht uns. Uns braucht er nur, damit wir von ihm erzählen und in der Welt als Vorbilder leuchten. Im schlimmsten Fall entstammen wir einer Familie von bewussten Okkultisten oder Satanisten, da haben wir keinen guten Ausgangspunkt. In so einer radikalen Situation ist das tatsächliche Verlassen der eigenen Familie sehr empfehlenswert. Selbst in so einer Situation sollten wir keinen Groll oder Hass empfinden. Wir sollten immer daran denken: Es gibt viele Möglichkeiten, weshalb unser HERR solche Herausforderungen zulässt.

Unterm Strich ist es immer eine Frage über unserem Wachstum im Glauben. Schließlich verspricht uns Jesus das wir keine Herausforderung erhalten, die für uns unmöglich ist. Wenn Du die Herausforderung hast, entscheiden zu müssen deine Familie zu verlassen oder nicht, dann vertraue darauf das der HERR deinen Weg lenkt. Du wirst es spüren, ob Du tatsächlich gehen oder womöglich nur auf Distanz gehen sollst.

Wenn dein Theologe oder deine Gemeinde Dir sagen, Du sollst oder musst deine Familie verlassen, dann sei wachsam und prüfe deine Gemeinde oder deinen Theologen. Wenn Jesus von einer Trennung von Familien spricht, dann geht es in erster Linie um unsere Mindsets. Wenn Jesus davon spricht, dass wer seine Eltern mehr liebt wie ihn, dann geht es um unsere Prioritäten im Leben. Die Sache ist nämlich, wenn wir unsere Eltern mehr lieben als unseren Erlöser, dann neigen wir mehr dazu die Regeln und angelernten Verhaltensweisen von unseren Eltern über die Lehren und Aufforderungen unseres HERRN zu setzen. Es ist nur in den aller wenigsten Situationen tatsächlich nötig unsere Mitmenschen zu verlassen. An keinen einzigen Punkt verlangt Jesus von uns irgendwen zu hassen. Es geht einfach nur immer wieder, um unsere Bereitschaft unser Mindset von den weltlichen Denkweisen zu trennen.

Wenn es Dir weniger Freude bereitet die Bibel zu lesen oder biblischen Content zu konsumieren, als irgendwelchen weltlichen Entertainment zu genießen, dann signalisiert es Dir: Du stehst noch weit am Anfang deines Glaubensleben.

Abschließend möchte ich Dir noch etwas zum Nachdenken geben. Als Jesus zum reichen Jüngling sagte, dieser soll alles verkaufen und ihm nachfolgen. Da sagte der reiche Jüngling das er es nicht kann. Was machte Jesus? Er war ihm nicht böse, er lies ihn einfach seinen Willen und ging weiter. Als Paulus uns schrieb, dass der Gläubige den Ungläubigen gehen lassen soll, wenn er sich trennen will. Dann ergänzte Paulus es und schrieb: Das es um den Frieden geht.

In diesem Sinn brauchen wir in den aller meisten Situationen Niemanden aktiv verlassen. Sobald Du an deiner Nachfolge festhältst, werden die anderen Dich verlassen. Lebe dein Leben einfach in der Nachfolge und sei jeden Tag motiviert de Lehren Jesus immer weiter und tiefer zu lernen und in deinem Leben umzusetzen. Auch wenn Du anfänglich noch zweifelst und es Dir noch schwer fällt unserem HERRN voll und ganz zu vertrauen, sollte es Dir ein wichtiges Bedürfnis sein: Deinen Nächsten so zu lieben, wie Du Dich selbst liebst.

Erniedrigt die Bibel Frauen in Gefangenschaft?

Sehr oft denke ich an einem Kommentaraustausch auf YouTube. Ich weiß nicht, ob es eine junge Frau war oder eine Frau, die lediglich für die weibliche Emanzipation kämpfte. Ich weiß nur diese Frau hat mir sehr nachdrücklich gezeigt: Selbst gläubige Menschen werden oft verblendet. Die Dame war sich sehr sicher, die Bibel schreibt vor, Frauen in Gefangenschafft dürfen vergewaltigt, erniedrigt und entwurzelt werden. Zeitgleich leugnete sie nicht, dass Gott Liebe ist. Solche gravierenden Missverständnisse finde ich oft bei voreingenommenen ungläubigen Menschen und bei Menschen die frisch im Glauben sind. Da mich dieses Erlebnis nachhaltig geprägt hat, möchte ich das Thema hier beispielhaft anführen. Für unsere selbst zusammengesetzten Verständnisse. In diesem konkreten Fall ist der Widerspruch offensichtlich: Wenn die Dame sich sicher ist das Gott Liebe ist und dazu meint das Gott Grausamkeiten erlaubt, dann kann Gott keine Liebe sein. Es gibt zig verschiedene Gründe, weshalb wir so einen Widerspruch selbst nur schwer erkennen, deshalb sollen wir uns eben immer wieder selbst prüfen und offen für die Wahrheit sein.

Nun geht es in der oben genannten Situation um die Stelle bei Mose:

„Wenn du in einen Streit ziehst wider deine Feinde, und der HERR, dein Gott, gibt sie dir in deine Hände, daß du ihre Gefangenen wegführst, und siehst unter den Gefangenen ein schönes Weib und hast Lust zu ihr, daß du sie zum Weibe nehmest, so führe sie in dein Haus und laß sie ihr Haar abscheren und ihre Nägel beschneiden und die Kleider ablegen, darin sie gefangen ist, und laß sie sitzen in deinem Hause und beweinen einen Monat lang ihren Vater und ihre Mutter; darnach gehe zu ihr und nimm sie zur Ehe und laß sie dein Weib sein. Wenn du aber nicht mehr Lust zu ihr hast, so sollst du sie gehen lassen, wohin sie will, und nicht um Geld verkaufen noch versetzen, darum daß du sie gedemütigt hast.“ (Deuteronomium / 5.Mose 21:10-14 Luther 1545)

Zugegeben, diese Verse sind oberflächlich gelesen sehr ungerecht. Es wird der Eindruck erweckt: Der Mann entscheidet, der Mann bestimmt über die gefangene, also eine hilflose, Frau und der Mann hat so etwas wie ein Freifahrtschein. Wie gesagt, nur wenn wir es oberflächlich lesen.

Viele Kommentare, die ich dazu las, haben im Wesentlichen recht, wir müssen erst einmal den historischen Kontext wissen. Die meisten Kommentare führen sehr eindrucksvoll aus, wie gefangene Frauen damals weitläufig behandelt wurden. Diese Frauen hatten nur so lange eine bessere Stellung, wie der Erbeuter gefallen an ihr hatte. Dadurch wird der Wille der Frau gebrochen, welche einfach nur überleben will, und sie wird zum Spielzeug von dem Mann. Jeder Krieg in der Neuzeit zeigt die Grausamkeiten auf. Die Nachkriegszeiten sind gerade für die Frauen vermutlich schlimmer als die eigentlichen Kriegszeiten. Während sich im aktiven Krieg die Gewalthandlungen hauptsächlich zwischen den Soldaten erfolgt, wird die Gewalt im Nachgang immer an die Schwachen weiter ausgelebt. Frauen werden vergewaltigt, geschändet und auf vielerlei Weise gedemütigt. Kinder und alte Menschen werden getötet und dies oft in extremen Gewalträusche. Davon spricht auch die Bibel, dass es so war und dass es so sein wird.

„Darum will ich den Himmel bewegen, daß die Erde beben soll von ihrer Stätte durch den Grimm des HERRN Zebaoth und durch den Tag seines Zorns. Und sie sollen sein wie ein verscheuchtes Reh und wie eine Herde ohne Hirten, daß sich ein jeglicher zu seinem Volk kehren und ein jeglicher in sein Land fliehen wird, darum daß, wer sich da finden läßt, erstochen wird, und wer dabei ist, durchs Schwert fallen wird. Es sollen auch ihre Kinder vor ihren Augen zerschmettert werden, ihre Häuser geplündert und ihre Weiber geschändet werden. Denn siehe, ich will die Meder über sie erwecken, die nicht Silber suchen oder nach Gold fragen, sondern die Jünglinge mit Bogen erschießen und sich der Furcht des Leibes nicht erbarmen noch der Kinder schonen.“ (Jesaja 13:13-18 Luther 1545)

„Siehe, es kommt dem HERRN die Zeit, daß man deinen Raub austeilen wird in dir. Denn ich werde alle Heiden wider Jerusalem sammeln zum Streit. Und die Stadt wird gewonnen, die Häuser geplündert und die Weiber geschändet werden; und die Hälfte der Stadt wird gefangen weggeführt werden, und das übrige Volk wird nicht aus der Stadt ausgerottet werden. Aber der HERR wird ausziehen und streiten wider diese Heiden, gleichwie er zu streiten pflegt zur Zeit des Streites.“ (Sacharja 14:1-3 Luther 1545)

Diese Prophezeiungen zeigen uns, was Gottes Volk erwartet, wenn die Feinde es überrennen. Wir bekommen sehr bildhaft aufgezeigt, wie die Gegner handeln werden. Es zeigt eben auch auf, was Historiker immer wieder beschrieben haben, wie es in der Vergangenheit war. Dies ist der Hintergrund, welchen wir zunächst berücksichtigen müssen.

Welchen historischen Kontext ich in den Kommentaren nicht beachtet fand ist, die Regeln durch Mose wurden in den 40 Jahren nach dem Auszug aus Ägypten aufgeschrieben. Ebenso scheinen die Kommentatoren zu vergessen: Bei dem ausgezogenen Volk waren auch gebürtige Ägypter vertreten und das Volk hatte eine über 400-jährige ägyptische Prägung erfahren. Es lag somit die Gefahr nahe, dass dieses Volk alte bekannte Verhaltensweise weiterführen. Die Regelung sollte ein grausames, als normal empfundenes, Verhalten vorbeugen. So viel nun zu dem geschichtlichen und zukünftigen Hintergrund.

Nun lesen wir, was Mose uns tatsächlich aufgetragen hat:

„Wenn du in einen Streit ziehst wider deine Feinde, und der HERR, dein Gott, gibt sie dir in deine Hände, daß du ihre Gefangenen wegführst,“

Die Regelung gilt ausschließlich für den Fall, dass ein kriegerischer Konflikt erfolgreich beendet wurde.

„und siehst unter den Gefangenen ein schönes Weib und hast Lust zu ihr, daß du sie zum Weibe nehmest,“

Hier geht es also um das sich verlieben in einer gefangenen Frau. Dazu muss der Mann entweder ein Soldat sein oder zumindest dem kämpfenden Volk nahe stehen. Auf unsere Zeit sind es eben Soldaten oder Bedienstete im Gefängnis. Es ist also keine Regelung für das gewöhnliche Durchschnittsvolk. Diese Regel gilt also für eine Volksgruppe, welche darauf trainiert wurde, eine relativ geringe Hemmschwelle für Gewalt zu haben. Hier wird auch ganz klar von dem eigenen Wunsch gesprochen, mit der gefangenen Frau Sex haben zu wollen.

„so führe sie in dein Haus und laß sie ihr Haar abscheren und ihre Nägel beschneiden und die Kleider ablegen, darin sie gefangen ist, und laß sie sitzen in deinem Hause und beweinen einen Monat lang ihren Vater und ihre Mutter; darnach gehe zu ihr und nimm sie zur Ehe und laß sie dein Weib sein.“

Dieser Abschnitt wird leider sehr oft dahin interpretiert, die Frau entwurzeln zu sollen. Wir wissen das kurze Haare bei Frauen als unschön betrachtet wird. Weshalb hier oft eine Erniedrigung der Frau gesehen werden will. Auch weil hier davon geschrieben ist, dass der Mann die Frau zu sich nach Hause nehmen soll und sie ihre Eltern beweinen soll, wird sehr oft ein Dominanzverhältnis hinein interpretiert. Diese Ansichten stehen jedoch im extremen Widerspruch zum Schlußsatz: „[…] und nimm sie zur Ehe und laß sie dein Weib sein.“

Der Mann soll die Frau seine Ehefrau sein lassen. Damit soll die Frau also ein vollwertiges Mitglied der Gemeinschaft und dem Volk sein. Wie wir schon im ersten Band sahen, soll die Frau im Gottes Volk eine Selbstwusste Frau sein und ihrem Mann auch die Stirn bieten, wenn es nötig ist.

„Wenn du aber nicht mehr Lust zu ihr hast, so sollst du sie gehen lassen, wohin sie will, und nicht um Geld verkaufen noch versetzen, darum daß du sie gedemütigt hast.“

Dieser Vers ist unser Schlüsselvers. Hier wird ganz klar aufgezeigt, Demütigung ist ein verächtliches Handeln. Wie wir von anderer Stelle, von unserem Erlöser, wissen:

„Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im Großen treu; und wer im Geringsten unrecht ist, der ist auch im Großen unrecht.“ (Lukas 16:10 Luther 1545)

Bei der Regel von Mose ist der Aufbau interessant. Da wird die Trennung von der Frau, wegen Unlust, als Demütigung bezeichnet. Dadurch wird diese Ehe nochmals einer ganz gewöhnlichen Ehe gleichgesetzt. Denn in der gewöhnlichen Ehe gibt es auch nur zwei Trennungsgründe: Untreue und wenn der ungläubige Partner sich trennen will. Wenn der Gefangenenwärter oder der Soldat die Frau nicht aufrichtig liebt und sich trennt, hat er die Frau gedemütigt. Deshalb soll er auch keinen finanziellen Vorteil erlangen.

Zusammengefasst hat diese Regelung sehr viele Schutzmechanismen für die gefangene Frau und Vorkehrungen, um den Mann vor Fehler zu bewahren. Dadurch ergibt sich folgende vernünftige Auslegung:

Wenn sich also ein Soldat oder ein Gefängniswärter in eine Gefangene verliebt, darf er sie heiraten. Eine Demütigung oder sonstige Herabwürdigungen der Frau sind verboten. Wenn es dem Mann nur um körperliche Lustbefriedigung geht, darf er sich nicht mit der Frau vermählen. Dies wäre eben eine Demütigung. Wenn die Frau die Liebe nicht erwidert, darf er sich nicht mit ihr vermählen, es wäre eine Form von Zwang und damit wieder eine Art der Erniedrigung. Deshalb erhält Vers 13 erst eine Wirksamkeit, wenn die Frau die Liebe erwidert oder zumindest zustimmt die Ehefrau zu werden. Die Aspekte des Kleiderablegens, Haarscheren und der Reinigung der Nägel haben zwei Gründe. Zunächst geht es um die körperliche Reinigung und Vorbeugung von Verbreitung von Läusen. Die Gefangenschaft zu jener Zeit hatte nicht wie Heute den Luxus von Möglichkeiten der Körperhygiene. Selbst Heute haben Ansammlungen von vielen Menschen das Problem von Läusen, sehen wir sehr einfach an Kindergärten und Schulen. Der nächste Grund liegt an einem symbolischen und offenkundigem Merkmal. Leider sagt uns die Heilige Schrift nichts über Gefangenenausbrüche oder Fluchten. Wenn jedoch einer Gefangenen die Flucht gelang, wird sie gewiss durch die mangelnde Hygienemöglichkeiten sehr auffällig gewesen sein. Wenn aber der Kopf geschoren und die Finger manikürt waren, erkannten alle das diese Frau nicht geflohen war und ganz legal die Freiheit erlangte. Selbst Heute ist es für Menschen sehr belastend von einer Situation in eine gänzlich entgegen gesetzte Situation zu geraten. Selbst wenn die neue Situation erwünscht und ersehnt wird. Das sehen wir sehr gut an Langzeitsoldaten und Langzeitinhaftierten. Obwohl sich beide Typen nach dem normalen Zivilleben sehnen, sind beide Typen völlig gestresst und überfordert, wenn sie plötzlich im Zivilleben sind. Aus diesem Grund gibt es Programme für die Resozialisierung, die Menschen werden schrittweise und langsam an das Zivilleben herangeführt. Dies ist eben der Grund für die Monatsfrist, in der wo die Frau ihre Eltern betrauern soll. Wir wissen alle das eine Trauerbewältigung bei jedem sehr verschieden ist, ich selbst habe Jahre gebraucht, um den Tod meines Großvaters zu verarbeiten. Wenn der Mann also die Frau zu sich nimmt, sie offensichtlich als Freigelassene „gekennzeichnet“ ist, erfährt sie ein Resozalisierungsprogramm. Sie kam aus einer kriegerischen Situation in eine gewalttätige Situation. Unabhängig ob die Eltern im Krieg starben oder selbst noch in Gefangenschafft sind, die Frau ist von ihren Eltern getrennt. Die Eltern sind entweder faktisch oder zumindest bildlich gestorben. In diesem Vers geht es genau um das Gegenteil von einer Entwurzelung. Es geht um das Verwurzeln in das neue Volk. Es geht um ein Neuanfang. Es geht durch und durch um ein extrem feinfühliges soziales Verhalten. Oft wird behauptet das die Monatsfrist dazu diene, dass der Mann sich über seine Absichten bewusst macht. Selbstverständlich wäre es ein schlauer Mann, wenn er diese Zeit dazu nutzt. Es geht aber viel mehr darum, dass sich die Frau an die neue Umgebung gewöhnen kann und sich auf ihr neues Leben vorbereitet. Das diese Monatsfrist nicht für den Mann gedacht ist, kommt im Vers 14 zum Vorschein. Denn der Vers sagt ja, wenn der Mann sich „vertan“ hat. Es regelt also die Folgen für die Möglichkeit das der Mann die Frau nur als Lustobjekt sah oder sich einbildete die Frau zu lieben. Damit ist es ausgeschlossen, dass der Mann die Monatsfrist für etwas nutzen soll. Wie gesagt, wenn er es macht, spricht es nur für den Mann. Es wird jedoch nicht erwartet. Der letzte Vers schützt die Frau vor jeglicher Ausbeutung und Demütigung.

Leider suchen die meisten Theologen nicht nach den tieferen Bedeutungen von Anweisungen. Weshalb die Theologen nur sehr selten die Suchenden helfen und aufklären können. Mir würde diese Erkenntnis höchstwahrscheinlich und entgangen sein, wenn unser HErr und Erlöser mir nicht die Erfahrung der Inhaftierung teillassen werden hätte. Wenn wir nun bereit sind einen Schritt weiterzugehen, dann entwickeln wir mehr Mitgefühl für unsere Mitmenschen. Auch wenn hier die Rede von weiblichen Gefangenen ist, können wir davon ableiten: Wir müssen den Menschen um uns eine Chance geben, ihre vergangenen Lebensabschnitte zu verarbeiten.